VOR-VORBEMERKUNGEN Mittwoch, 28. Juni früh gegen 7.30 Uhr

Die Reise ist (fast) zu Ende.

Ich war inzwischen für Euch in der nördlichen Hitze abgetaucht und vielleicht auch durcheinander… Woran bemerke ich das? Ich hatte z. B. bei meiner Beschreibung der Reiseerlebnisse den 21. Juni (22. Reisetag) völlig vergessen! Gestern Abend stellte ich Widersprüche fest und so habe ich den fehlenden Tag ergänzt. Es lohnt sich also mal zurück zu blättern.

Ich habe iin diesen Tagen mit mehr als 160 km die längste Tagestour überstanden (was für ’ne Kunst mit E-Bike oder wie einer meiner ehemaligen Klassenkameraden treffend sagte: mit Moped!!!) Immerhin bei brütender Hitze ( t > 30° C) …, Ich habe fast in einem ehemaligen Militärgefängnis übernachtet,

bin aber dann doch „nur“ in einem Bunker-Hostel gelandet und kurz vor Mitternacht aufgenommen worden, welch ein Glück …

Bunker B & B bed : yes breakfast: no

…. und am nächsten Tag : Ich war schon mehr als eine dreiviertel Stunde auf der STENA -Line Fähre von Klaipeda nach Travemünde, auch auf/in Fahrt, da kehrte es wegen einer Person und wegen eines Fahrrades um und ich mußte es ziehen lassen:

bye, bye … sang schon Tamara Danz mit SILLY

What happend? Please read in the correct side at monday, 26. of june … izvenitje poschalüsta …

/ Reinhard Klette am 28. Mai 2022/

VORBEMERKUNGEN

Die Ferne reizt mal wieder … , mit Rad und vorwiegend alleine. Einige abgestimmte Besuche bei Freunden und Bekannten, Pensionen, Hotels oder Privatunterkünfte sowie ein Ein-Mann-Zelt am Rand einer der vielen Seen oder an der Ostsee werden mir wieder neue Kraft für die nächste Radtag geben.

Anlass: Ex-Pennälertreffen von der Ilmenauer Goetheoberschule, von einem ehemaligen Mitschüler in in Pärnu/Estland über die Mittsommerwoche vom 16. bis zum 23. Juni 2022 organisiert.

Ich fahre mit meinem E-Bike von Stevens, denn meinem Diament-Oldie aus 1943 (und meinem Körper) kann ich wohl die etwas mehrere Tausend Kilometer nicht mehr anbieten; dem Rad wohl, wenn ich richtig bedenke …

Zugegeben ist dieses Projekt auf der PRO RAD STRALSUND-Seite etwas ungewöhnlich, so kann ich aber erreichen, dass Adresse im Internet vorhanden ist, wo ein allgemeiner Zugang gewährleistet ist und in der ich, Intnernetzugang vorausgesetzt, kontinuierlich arbeiten kann. Mit maßgeblicher Unterstützung von Heiko Werner hatten wir 2018 eine Internetauftritt der Bürgerinitiative geschaffen. Das Arbeiten in ihr gelingt mir einigernaßen, so war es naheliegend, diesen Weg zu gehen. Auf diese Weise kann damit auf die erzielten Ergebnisse aber auch auf noch bestehende Mängel hingeweisen werden. Ihr werdet bemerken, dass ich bei meiner Fahrt stets ein Auge auf die verschiedenen Verkehrslösungen werfe und wesentliche Eindrücke dazu euch vermitteln werde.

Ich freue mich schon ganz besonders auf die pommersche Ostseeküste sowie auf die Fahrt entlang der Memel, der ehemaligen Ostgrenze von Deutschland, bis nach Nida auf der Kurischen Nehrung. Das malerische kleine Fischerdorf zog früher wie heute viele Maler und Schriftsteller an, wie bekanntlich Thomas Mann.

Auch kleine Orte wie Kuldiga/Lettland möchte ich besuchen. Es war nicht nur das wichtigste Handelszentrum des Landes, es hat auch mit 240 Metern den breitesten (!) Wasserfall Europas sowie die breiteste Backsteinbrücke ihrer Art Europa. Und es werden noch so viele Überraschungen auf mich warten ….

Mal kurz zum Start: Auf meiner Fahrt nach Greifswald werde ich mir selbstverständlich den aktuellen Stand der Bauarbeiten an der alten B 96 in den Bereichen Teschenhagen sowie Mesekenhagen anschauen sowie dokumentieren.

Leider bietet Google Maps keinen Routenvorschlag für die vorgesehene Strecke per Rad an. Deshalb sei hier die vorgesehene Tour nur grob vorgestellt, so fehlen beispielsweise der Memelfluß sowie die kurische Nehrung mit Nida/Litauen:

30.05.22 Nach den gestrigen genaueren Planungen habe ich festgestellt, dass es etwas mehr als 1.600 km werden. Der Abstecher zur Kurischen Nehrung und Nida verengt meinen Zeitplan auch zusätzlich, da die Fähre vom Venta Horn nach Nida nur am 11.06. bzw. am 16.06. fährt! Das Ex-Pennälertreffen beginnt aber am 16.06….

Schlußfolgerung: Ich fahre bereits morgen früh, am 31.05. !!

1. TAG, 31. 05. 2022 Stralsund – Zempin

Es geht zunächst mit einer spontanen und unangemeldeten Verabschiedungsrunde von Kumpel Günther Lange, der meine Gepäcksicherung mit einem Spanngurt wesentlich verbesserte. Die bisherige mit eine Spinne erwies sich als ungeeignet. In Brandshagen, dem Wohnort meiner Familie von 1973 bis 1977 traf ich Walter und Christel Koos, mit ihm spielte ich bei Traktor Brandshagen Fußball und habe mit Walter in den 200-ern so manche Fahrradrunde gedreht.

Kurz einiges zum Bau des Fahrradweges an der alten B 96 zwischen Stralsund und Greifswald. Dieser Bereich ist Bestandzeil des Ostseeküsten-Fernradweges. Seit Jahrzehnten beklagen sich Radfahrer über die Schüttelpiste, denn es geht bisher vorwiegend über Kopfsteinpflaster.

Bisherige Versuche die Radtrasse an den landschaftlich sehr reizvollen Strelasund zu verlegen, scheiterten leider. Nun wird beidseitig ein asphaltierter Radstreifen angelegt und in der Mitte das alte Kopfsteinpflaster neu verlegt, teilweise durch rumänische Straßenpflasterer. Der Stralsunder Abschnitt von Teschenhagen bis zur Stadtgrenze in Richtung Brandshagen in einer Länge von etwas mehr als einem Kilometer Länge wird möglicherweise in diesem Jahr fertig.

ABER: Der etwa 20 Kilometer lange Abschnitt auf dem Gebiet des Landkreises Vorpommern-Rügen wird wohl noch sehr viele Jahre unberührt bleiben. Nach anfänglichen positiven Anzeichen wurde leider ein Umfahrungsvorschlag von Teschenhagen über Reinkenhagen und Jeeser bis zum Anschluß in Kirchdorf leider wieder verworfen. 2018 unterbreitete die ADFC Regionalgruppe Stralsund-Rügen an den damaligen Landrat vom LK VR, Herrn Drescher, sowie dem Amt Miltzow einen Vorschlag, indem größere Bauarbeiten nur an einem etwa 500 Meter langen sandigen Wegabschnitt erforderlich gewesen wären.

Zurück zum heutigen Baugeschen im Bereich des LK Vorpommern Rügen: Hier stehen oder sind etwa drei Viertel vor der Vollendung. Zwischen Mesekenhagen und Abzweig Leist ist das Kopfsteinplaster komplett aufgenommen. Radfahrer müssen derzeit einen sehr abenteuerlustig anmutenden schmalen Randstreifen nutzen:

Intensive Bauarbeiten an mehreren Abschnitten lassen aber vermuten, dass auch das bald Vergangenheit sein wird.

Es passiert aber so manches kleine Malheur, so kam ich in eine kleine Baubesprechung, da einem brandenburgischen Straßenarbeitertrupp ihr großeres Baufahrzeug „vom rechten Weg“ abgekommen ist. Ein paar Meter weiter wurden gleichzeitig neben der neuen Trasse neue Versorgungsleitungen, wie möglicherweise Lichtleiterkabel verlegt.

Ein paar Meter weiter wurden neben der neuen Trasse neuge Versorgungsleitungen verlegt, möglicherweise auch Lichtleiterkabel.

2. TAG, 1. JUNI Zempin – Grifice, erster Grenzübertritt

Nachdem mich mein ehemaliger Hauptfeldwebel aus meinem Grundwehrdienst von 1976 bis ’78 in die Nutzung der Ratsche meines Spanngurtes eingewiesen hatte ging es am Kindertag, 01.06., gegen 10 Uhr weiter in Richtung polnischer Grenze.

Tagesgespräche waten immer wieder der erste Tag mit dem 9 € ÖPNV- Ticket und die Sorge, wieviel an der Tankkasse wohl von den 30 Cent Erleichterungen im Portmonaaisse ankommen werden…

Es gab aber noch mehr Interessantes:

Im Bereich zwischen Zempin und Koserow wird an einer neuen Gasleitung gebaut. Werden hier noch alte Verträge abgebaut oder ist es mal wieder so, dass die Bundesregierung das eine verkündet und gemacht wird ….

Nach dem Grenzübertritt habe ich mich in der Mittagspause mit ehemaligem Mitschüler, Wolfgang Abraham, getroffen. Er hatte in den letzten Tagen sehr viele Tagesexkursionen und ist auch normal im Sommer gebucht. Er bedauerte sehr, dass er deshalb am Klassentreffen in Pärnu nicht dabei sein wird. In der ursprünglichen Planung wollten wir beide mit seinem T 5 das Baltikum und Ostpreußen besuchen. Letzteres war leider momentan nicht umsetzbar. So bin ich nun alleine unterwegs

Nach der Stadtfähre von Swinemünde ging es auf die sehr stark befahrene E 3 in Richtung Szczecin ind Prag. Für Radfahrer ist zwar beidseitig ein etwa 1,5 m breiter Randstreifen angelegt, was bei uns leider durch die Vorschriften des Bundes bzw. der Länder verhindert wird. Man fühlt sich sicher, der Lärm nervt einen doch extrem. So war ich froh, etwa 14 km hinter Wolin auf diesehr gut ausgebaute L 109 in Richtung Osten abzubiegen. Der bisherige Bereich über Golczewo, und Płoty bis Gryfice (ehemals Greifenberg) war neu und sehr gut mit Rad befahrbar. Da es in den beiden Strecken weder Pensionen noch Hotels gab, mußte ich nach Norden abbiegen und am nächsten Tag fuhr ich wieder in Richtung Szczecinek etwa 14 km wieder zurück. Im SPA Bovar Folga war leider nur noch ein Appartement frei, habe mich aber wunderbar von den bisherigen etwas mehr als 200 Fahrkilometern sehr gut erholt und entspannt!

3. TAG, 2. 06. Grifice – Szczecinek

Vor meiner Weiterfahrt habe ich mir das ehemalige Greifenberg etwas näher angeschaut. So wurde ich im SPA Hotel auf eine breiten Wasserfall aufmerksam gemacht. Ich entdeckte aber zunächst zufällig den Friedhof / Čmentarź. An einem schmalen Weg entlang der Rega tauchten plötzlich mehrere Blumenverkäufer auf, was eigentlich nur den Schluß zuließ, es kommt bald der Friedhof:

Bei einem anschließenden Stadtrundgang sah ich auf dem Markt eine Metallinstallation mit „merkwürdigen“ Figuren. Bisher habe ich deren Bedeutung noch nicht erschließen können.

Marktplatz von Grifice

Unmittelbar an der REGA befanden sich ein wunderbar angelegter japanischer Garten, eine Freilichtbühne Geh- und Radwege inmitten von vielem Grün.

Inzwischen ist es so kurz nach 5.00 Uhr. Nach prächtigem Schlaf in echt ungewohnter Umgebung beginnt ein neuer Reisetag. Vor dem Frühstück, beginnend um 7.00 Uhr habe ich Zeit, mein Erlebtes, Erfahrenes nieder zu schreiben.

Warum ungewohnte Umgebung? Gestern war ich nach knapp 130 km in Szczecinek angekommen. Am Ortseingang das Hotel SIEDEM ŚWERKOW. Es war leider ausgebucht, wegen einer größeren Tagung auch alle anderen Gästebetten im Ort und Umgebung, wie das freundliche junge Betreiberehepaar nach längerem Telefonieren feststellen mußte. Ich fragte nach Campingmöglichkeiten, worauf er sagte, kommen sie mit. Ich sah mich schon, auf einer Wiese mein Zelt aufzuschlagen. Zu meiner Überraschung ging es aber in den Keller ….

Sauna- und Fitneßraum des Chefs

Ihr könnte Euch vorstellen, wie froh ich war und ich nahm mir vor, in den nächsten Tagen Zimmer vorzubestellen. Für heute Nacht (und vielleicht für einen Ruhetag am Pfingstsamstag bin ich in der Nähe von Grudziąnz über polnische Verrwandte angemeldet …

Was war aber gestern noch so?

Das Radfahren, einige allgemeine Gedanken ….

Bisher bin ich sehr gut zurecht gekommen, der Körper und insbesondere die Knie, ich habe zwei Titanendoprothesen, muckern nicht.

Das Fahren ist vorwiegend entspannt. Die „Ritter der Landstraße“ begegnen sich mit Respekt! Falls mich ein LKW-Fahrer vor unäbersichtlichen Stellen überholen will und ich bereits erkenne, dass der Weg frei ist, Winke ich ihn vorbei und erhalte stets ein Danke schön durch Lichthupe. Fahrer von Campingfahrzeugen begrüßen mich mit kleiner Hupmusik und im Gegensatz zu manch deutschem Kraftfahrer wird stets mit deutlichem Abstand überholt!

Vergleichbar mit dem deutschen Teil Pommerns bewegen sich auch hier esonders viele Bachstelzen auf und eben der Straße. Während ich mich zu Hause, besonders auf Wiesenwegen, häufig regelrecht begleitet, indem sie mir in Gruppen „auf und ab tanzend“ Freude bereiten, sind die bisherigen Begegnungsmomente in Polen sehr beiläufig.

Ich habe bisher so alle 30 bis 40 Kilometer kleine Pausen eingelegt. selbstverständlich an reizvollen, sicheren und attraktiven Orten. Sei es an einer reizvollen Moorlandschaft

In der Nähe von Polczyn-Zdroj, einem radsportbegeistergen Ort mit separaten Radwegen

oder bei zahlreich vorhandenen ehemaligen Gutshäusern, bzw -schlössern. teils mit EU-Fördermitteln entkernt und beräumt, wie in Starogard oder in Małstowo, wo sich die Natur einen ehemals mit prächtigem Landschloß und zahlreichen Nebengebäuden versehenen Gelände wieder geholt hat:

Starogarder Schloß mit Parkanlage
Dornröschenschlaf in Małstowo

In Swidwin habe ich an einem außen unscheinbaren Bistro leckere polnische Küche genossen:

Manchmal trifft man auch scheinbar südländische Wäschetrocken-Varianten an :

Abends schaute der Hotelchef in der Lobby nach mir. Erbot mir ein leckeres, polnisches Bier mit Honigzusatz an. Dies hatte mkch bei meiner Blockarbeit unterstützt. Ich zeigte ihm eine Reisevorschläge für die nächsten vierzehn Tage. Für die Fahrt nach Grudziąnz gab er mir einen Wegevorschlag, der sich am nächsten Tag als sehr wertvoll erwies.

4. TAG 3. 06. Gryfice – Grudziąz

Wie bereits bewährt, schaute ich mir zunächst die City von Szczecinek (Neu-Stettin) an. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Innenstadt wahrscheinlich fast vollständig zerstört, was aus den zahlreich vorhandenen Neubauten zu schließen ist.

Die ersten 40 km bis zum Stopp an der Grltte in Binzce verliefen sehr entspannt auf gut ausgebauter und wenig befahrener Straße.

An der Kreuzung von Barkowo kam auf der Fernverkehrsstraße 22 von Süd eine LKW-Kolonne. Es blkeb mir deshalb nur, gerade aus auf einer Landstraße weiter zu fahren. So bestätigte sich der gestrige Tipp des Hotelchefs

Einige Kilometer später zeigte mein Bosch-Nyon-Navisystem den Fehler 727 an. Ich solle dringend mit meinem Fachhändler Kontakt aufnehmen. Die Batterieunterstützung funktionierte zwar ebenso wie die Gangschaltung, zumindest aus meiner Laiensicht in technischen Belangen. Ich rief in Stralsund beim Fahrradhandel Heide an und wurde sofort professionell unterstützt. Der Fehler bezieht sich auf die Kommunimation zwischen Navi und Schaltung, die von einem Fachhhändler gelöscht werden müsse. Ärgerlich war, dass das Display ständig nur diese Anzeige hatte. Auf den Nebenstraßen werden zudem nur die nächsten Orte angezeigt. Da ich nur eine Gesamtkarte von Polen hatte, konnte ich mich nur auf meinen Orientierungssinn und auf den Sonnenstand verlassen, der Wind schien mir ungeeignet, da er doch ab und zu wechselt.

Mkt Ortsansässigen kst das auch so eine Sache. In Debrzno fragte ich, wie ich nach Kamien Krajenski kommen könne, erhielt ich von neuen freundlichen Bewohnern fast neun verschiedene Auskünfte. Ich dachte mir, dass das nicht an den vielen Zischlauten liegen könne, die das Polnisch ganz speziell erschweren. Viel zischen muß man ja bei obigem Ortsnamen nicht, wie zum Beispiel bei folgendem polnischen Zungenbrecher

chrzaszcz brzmi w trzcinie

ÜBRIGENS, ein Einschub sei erlaubt. Im Momen ist es gegen 15.00 Uhr am Pfingstsamstag und im Fernsehen läuft, mich sehr ablenkend, das Roland Garros Finale Iga Swiątek gegen Cocco (?) Gosso. Wie leicht zu sehen ist, in diesem polnischen Haushalt unter intensiver Anteilnahme von Damen und Herren:

Swiątek kurz vor ihrem Pariser Finalsieg

Nach einem kurzen Stadtausflug nach Grudziąz setze ich nun meine Beschreibung für gestern Nachmittag fort.

Ich fand dann doch den rechten Weg und unter Einhaltung der Ost-Richtung wurde meine Hoffnung durch den folgenden Hinweis bestärkt.

In diesem Ort angelangt ging es weiter mit dem Durchfragen. Bei einer Tagesleistung von knapp 200 km ist es doch durchaus sinnvoll, Umwege ob -kürzere oder längere – zu vermeiden. Zu meiner Überraschung wurde dieses mal auf den nächsten größeren Ort Truchola hingewiesen, obwohl ddr Weg durchgehend auf kleinen Nebenstrecken erfolgte.

Im kleinen Ort Radzim war ein Mitarbeiter in den Räumen der FFW beschäftigt. Nach kurzem Überlegen kehrte ich um und es war die richtige Entscheidung, um die Batterie, aufzuladen, Internetverbindung aufzubauen, Informationen zu erhalten und Entspannung zu haben. Es sprach sich schnell herum, ein Fremder ist zu Gast. Einige Kinder konnten ihfe Englischkenntnisse Anwenden und eine Abwechslung war es alle mal, übrigens auch für mich.

FFW -Gebäude erhält eine neue Terrasse

Da ich nicht nur wegen des Aufladens der Batterie so knapp 2 Stunden mich dort aufhielt und da bis zum TageszielGrudziąz mich noch knapp 100 km trennten, war guter Rat teuer.Ich erhielt den Tipp ab Tuchola könne man mit dem Zug direkt zum Ziel gelangen, woch ich beknntlich uch für diesen Abend erwartet wurde.

Der Bahnhof Tuchola überraschte mich sehr. Alles wunderbar sauber, im ehemaligen Gastraum waren ein Bistro und Räume für die Betreuung kleinerer Kinder geschmackvoll eingerichtet.

5. und 6. TAG 04. und 05.06. Besuch bei Danuta und Jacek

Ich habe übrigens, am übernächsten Tag am Pfingstsonntag, 05.06., diesen Unterschied deutlich gemerkt. Ich war inzwischen in Ełk (Ostpolen, ehemals Lyck in Ostpreussen) angekommen, Quartier in einem Hotel genommen und ohne Gepäck am Ełker See entlang gefahren.

7. TAG, 6.06. Mit Regionalbahn und IC von Grudziąz nach Ełk

Moderner Bahnhof Olsztyn West
Sitzreservierung 11. Wagon, „Fahrradunterstellmöglichkeit im 13. Wagon

8. TAG, 7.06. Ełk – Marijampole, zweiter Grenzübertritt Polen – Litauen

Am Ortsausgang von Ełk bin ich am ehemaligen Kleinbahnhof mit beeindruckendem Museum zur Stadtgeschichte sowie zur regionalen Eisenbahngeschichte. So erfuhr ich, dass sich hier im berüchtigten Schneewinter 1978/79 die Schneemassen bis zu 13 Metern auftürmten. Das wurde in einigen Bildern markant dokumentiert.

Die Präsentation früherer Züge war sehr beeindruckend, Sie führte über die für die Kommunikation notwendige Rechentechnik bis zur rollenden Postverteilstation. In dem alten Zugausbesserungswerk wird derzeit gearbeitet. Ich dachte in diesem Moment natürlich sofort an unser Stralsunder Dilemma mit den alten Lokschuppen. Als Wahlthema ist es zunächat mal nutzbar, wo bleibt aber die viel entscheidendere Umsetzung?

Durch maurische Wälder mi Nyon Navisystem

Für das Ermland im Osten Polens hatte ich die zutreffende Offline-Karte heruntergeladen, so dass sie Führung klappte. Ungewöhnlicher Weise ließ mich das System auf eine ehemalige Bahnstrecke abbiegen. Wenige Kilometer später ging es von dieser in den Wald abbiegend. Die Waldwege wurden immer schmaler und hatten so einen weichen Sandbelag, auf dem immer mal wieder kleine Rutschpartien nicht zu vermeiden waren.

Nach knapp 10 Kilometern ging es dann wieder zu meiner Freude auf eine Asphaltstraße. Ich sah eine Familie, die auf ihren Acker ging. Er trug einen Rechen, der drei lange „Zehen“ aus Hol hatte, es sah fast wie ein Dreizack aus. Offensichtlich wird es Ziehen von Pflanzreihen verwendet. Etwas später lagen mehrere schwarz-weiße Stärken in hohem, noch nicht gemähten frischen Gras.

Sie waren aber offensichtlich bereits satt, weil sie die prächtige Futterwiese zum ruhen nutzen. Ich war in Richtung Suwalkin unterwegs. Mir fiel kn Raczka, einem kleinen Dorf, ca. 12 Kilometer vor Suwalki fiel mir die verschiedenartige Architektur und die teils Fremdartigkeit einiger älterer Bewohner auf. Ixh wollte erst anhalten und mich erkundigen, was das auf sich hat. Vielleicht könne ich hier ins Gespräxh kommen, sie nlch das ursprüngliche ostpreußische Platt sprechen, wie ich es von meiner Oma Minna kannte. Mariellke für Mädchen und Kielkes, ein spezielles Gericht waren mir diesbezüglich ein in Erinnerung.

Ein freundlicher Mitarbeiter in der touristischen Information bestätigte meinen Eindruck. Nur in diesem Dorf hatten sich Schotten und Franzosen vor Jahrhunderten als besondere Glaubensgemeinschaft angesiedelt. Dort waren auch einige Ostpreußen nach dem 2. Weltkrieg geblieben. Zurück fahren war aber keine Option, da es bereits naxhmittags war und noch ca. 60 km vor mir standen.

Der Ort war in den letzten Jahren sehr mkdernisiert worden, moderne Architektur in jungen Betrieben, großzügige Verkehrsinfrastruktur mit vielen separaten Radwegen beispielsweise und einer gug erhaltenen Innenstadt, die mich sehr an osteuropäische Architektur erinnerte, maximal zweistöckige Gebäude, sowohl zur Straße hin, als auch in den vielen Hinterhöfen kleine Läden und Handwerksbetriebe.

Suwalkins Innenstadt

In einem solchen fand ich auch meinen IT-Spezialisten, der sich gründlich mit meinem Tablet auseinandersetzte, was sich leider nicht mehr aufladen ließ.

Ixh fuhr auch an einem modernen Leichtathletikstadion vorbei, in dem vom 9. bis 12. Juni die polnischen Leichtathletiklandemeisterschaften auf Reklameplakaten angekündigt wurden.

Kurz vor dem Ort Raka-Taka sah ich einen noxh verwaisten Campinplatz, der sich mit seinem See zum Baden einludt:

Etwas später kam ich im Ort an einem der vielen beeindruckenden polnischen Friedhöfe vorbei.

Ich entschied mixh noch zu einem „kleinen“ Abstecher zum Dreiländereck Polen, Litauen und Russland. Ich fuhr bis auf knapp 300 Meter hoch, hatte einen guten Überblich über das Gebiet und awr auf meiner höchsten Stelle auf meiner Baltiktour, was sich auch später als zutreffend erwies.

So kam ich dann auch erst so gegen 21.00 Uhr in meinem Marijampole-Hotel an.

9. TAG, 8. 06. Mit Zug und Bus Marijampole – Klaipeda

Inzwischen ist es Dienstag, 08. Juni, ich bin in Mariampole in Litauen. Ich bin bei Raminta, einer sehr freundlichen und kompetenten Tourismusbüromanagerin und sie hilft mir bei der weiteren Planung enorm. Der heutige Tag wird anders verlaufen, als geplant:

Womit kann ich Ihnen behilflich sein?

Ich hatte an sie zwei wesentliche Fragen: 1. Ist es möglich, dass über ein Reisebüro geführte Reisen in das Kaliningrader Gebiet Russlands organisiert werden oder ist es für mich möglich, privat einzureisen?

Bis vor Beginn des Krieges von Russland gegen die Ukraine und den vom Westen umgesetzten Sanktionen konnten litauische Staatsbürger – als Ausnahmeregelung gegenüber anderen Nationalitäten – mit elektronischen Pässen in Gruppen oder individuell einreisen. Seit einigen Wochen ist das nicht mehr möglich. Im März hatte ich an die russische Botschaft in Berlin einen Antrag auf Erteilung eines touristischen Visums in den ‚kaliningradski rayon‘ gestellt. Ich erhielt keine Antwort. Ich war auch bereits vorher skeptisch, da auf der Homepage bereits nur für dieses Gebiet in rot stand: Seit März 2020 ist wegen der Pandemie die Einreise ausländischer Staatsbürger untersagt.

Nun war die Antwort auf die zweite Frage besonders wichtig: 2. Können Sie mir, einen für Radler zu empfehlende, Route beschreiben, wenn ich von Marijampole in Richtung Klaipeda fahren möchte? Nach einigem Recherchieren sagte sie mir, dass es eine sehr gut ausgebaute, durchgehende Autobahn gibt. Man kann Nebenstraßen durch flache touristisch eher uninteressante Bereiche im ersten Teilstück nutzen. Ledigleich der zweite Abschnit, den man an den Memelfluß legen können, wäre empfehlenswert.

Sie suchte mir deshalb eine schnelle Verbindung heraus, zunächst am Marijampole bis Kaunas mit dem Regionalzug und danach mit einem Expressbus direkt die etwas mehr als 200 km. Überraschenderweise war die Mitnahme von bis zu drei Fahrrädern (E-Bikes nicht ausgenommen) erlaubt. Eine ursprüngliche Anreise in das Baltikum mit dem Flixbus von Berlin bis Kaunas scheiterte daran, dass sie keine E-Bike mitnehmen würden.

Ich ließ Raminta also alles buchen und auch kaufen. Für die Abfahrt waren noch gut zwei Stunden Zeit. Marijampole mußte sich mit einer kurzen Fahrradrunde „begnügen“. Auffällig war im Zentrum sehr großzügig monumental (fast wie aus sowjetischen Zeiten) angelegte Plätze mit gewaltigen Amtsgebäuden, z. B. Rathaus und eine sehr hohe monumentale Stele, auf der auf einer geschätzt 15 Meter hohen Säule eine silbrig glänzende Frauenfigur erhob. Bereits bei meiner gestrigen Einfahrt auf einer mehrere Kilomter langen und breiten Alle lockte mich diese Figur ebenso stark an, wie ich es z. B. bei der abendlichen, sehr feuchten, Fahrt nach Grifice erlebte. Dort übernahm aber, wie es in Deutschland ab und zu anzutreffen ist, ein Kirchengebäude die anziehende und orientierende Funktion.

Ich fuhr zurück, packte in Ruhe meine, im mehr oder weniger im gesamten Hotelzimmer verteilten Sachen. Zwischendurch erinnerte ich mich daran, dass ich im Smartphon zwei Zeitangaben bemerkte. Oh, ist etwa eine Zeitumstellung zu beachten und zwar nach vorne, fuhr ich in den letzten Tagen in Richtung Osten! So war es auch. Ich bemerkte das aber so rechtzeitig, dass ich die Zugabfahrt kurz nach 12 nicht verpasste!

Der Zug war relativ neu und chic. Aber modern, was ist mit Fahrradmitnahme? Fünf oder sechs sehr steil nach oben führende Treppenstufen erlaubten es, das E-Bike mit dem gesamten Gepäck nur mit Hilfe zweier weiterer Personen in den Wagon zu hieven. Das war schon extrem. In Polen hatte ich erlebt, dass in der Nähe Grudziąz Bahnsteig- und Einstiegshöhe fast waagerecht zueinander waren und so bequem heraus- und eingegangen (!) werden konnte.

Hier wäre doch mal eine Standardisierung zwingend erforderlich, zumindest der in Europa gebauten Wagons. Vielleicht in der Weise wie es der RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) für die osteuropäischen, sozialistischen Staaten nicht nur im Bereich des Schienentransportbereiches vom Eisernen Zaun bis nach Wladiwastok schaffte! Es wird wohl aber eher ein Traum bleiben, wie so vieles in der Bundesrepublik zu reformieren wäre, naprimer (beispielsweise) mehr als 200 Krankenkassen, Bildung einheitlich für alle Bundesländer mit einem Verlag für das Schulwesen … So ist es derzeit möglich, dass in Gymnasien in einer Stadt verschiedene Lehrbücher (sogar an einem Gymnasien) eingesetzt werden … Ich denke, auf die in der BRD praktizierte Weise könnensich viel mehr ‚business‘ in viel mehr ‚companies‘ beschäftigen, als in zentral organisierten. Nur so ist es auch möglich, dass derzeit von mirbeschätzte 40 % der lohnpfichtigen Beschäftigten im Dienstleistungsbereich beschäftigt werden können.

Mit viel Mühe bin ich nun im Zug angelangt, es gibt wieder die an der Decke fixierten Halterungen für drei Fahrräder. Da meins aber alleine ist, kann ich mir diese Arbeit ersparen. Ich setze mich zu einer schwarzhaarigen jungen Dame, sie heißt Diamene, wie ein Diamant.

Das passt doch …

Sie spricht gut englisch, denn sie lebte zwei Jahre mit ihrem Freund in England, arbeitete zeitweise an der Bar und zeitweise auch in Köln. Wir unterhielten uns angenehm und sie interessierte sich sehr für meine Reisepläne:

Wo will er denn hin …?

Pünktlich kamen wir in Kaunas an . Vom Zug aus war achon zu sehen, eine Großstadt, riesige Verkehrkreisel, teils zweigeschossig und riesenlange Autoschlangen, …wie ich es Stunden später zur rush our auch in Klaipeda erleben werde …

Diamenta wollte weiter mir dem Bus in ihre, zweihundert Kilometer nördlich gelegen Heimatstadt und half mir beim Verlassen des Bahnhofs und zeigte mir den Weg zum Busbahnhof. Da sie sich aber dort nicht auskannte, verhinderte ein Serviceangestellter des Bahnhofs, dass ich mit Fahrrad viele Treppen hinagehen müßte. Wir durchschritten einen grosen Wartesaal, wie es ihn bei uns früher gab:

Erinnerungen an frühere Auslandsreisen werden wach…

Auf dem Rollstuhl- bzw. Fahrradweg kam ich an einem Veganbistro vorbei,

…the picture was taken after the meeting…

dem besten Veganrestaurant in der Grosstadt Kausan, wie mir Matt und Ludas verrieten. Matt ist der Inhaber eines E-Bike-Shops in Kausan und Ludas sein Freund. Schnell kamen wir ins Gespräch, aber wie ist mir rätselhaft, da ich doch so kontaktarm bin …

Kambodza, ein sehr beliebtes einheimisches alkoholfreies Getränk

Ich erzählte etwas von meiner Tour und besonders Matt war als Biker sofort beim Thema und gab mir den Tipp, unbedingt den Radweg an der Memel entlang fahren zu müssen.

Second planer Matt

Ganz enntäuschend erfuhr Matt, dass ich mit dem Bus nach Klaipeda in einer Stunde fahren würde, sofort gab es aber einen Gegenplan. Etot byl kak a prazdnik ( ’s war wie ein Feiertag) und es sollte den ganzen Tag ( Die., 08.06.22) so weiter gehen …

Die beiden mußten wieder zur Arbeit, nachdem mir Matt bei der Essensbestellung half.

Das wird schmecken…

Ludas dachte inzwischen, ich wollte eigentlich nur entspannt zu Mittag essen …

Ludas lachte sehr über das Wortspiel L – J …?

Das Essen war wirklich lecker, abgerundet mit einem alkohol…… Bier, einfach köstlich.

Nach ca. drei Stunden Fahrzeit war ich in Navalis, einem JAZZ-Hotel, bei dem ich erstmalig in meinem leben aus dem Bus heraus eincheckte war ich in Klaipeda angekommen. Übrigens, wegen des Fahrrads war der Busfahrer des Luxus-Bus-Unternehmens EUROLINE nicht erfreut, Rumanka hatte es in Marijempole bereits reserviert und so lag es nun zwischen anderen Gegenständen. Hier wird vieles praktikabel organisiert, an einer Haltestelle von Kaunas hielt er an und übergab an einem wartenden Mann ein großes Paket.

Ich dachte Schnelllinie, wenn das so weiter geht … Aber falsch vermutet. Es gab an einem Kreuzungspunkt neben der Autobahn, abzweigend in Richtung Tilsit/ Sowjetsk einen kleinen Umsteigebuspunkt, wirklich gut durchdacht. In Kausan war ich bereits überrascht, als ich den riesigen modernen Buskomplex mit shopping mal und 20 ‚perons vidjel‘ Bahnateige sah.

Ich fand (ohne Ortskenntnis und ohne Umwege) das etwa. 600 Meter vom Busbahnhof entfernte JAZZ-Hotel Navalis. Das E-Bike fand einen von Musikern bewachten Platz

Hier muß es sich wohlfühlen ..

Das Hotel ist einschließlich der Zimmer sehr geschmackvoll eingerichtet und atmet Jazz-Atmosphäre, leider gestern und heute nicht live.

Mein Zimmer, noch nicht voll gemöhlt …
Rezeption, mal anders

Bei der Anmeldung war ich allerdings sehr überrascht, ich sollte eine Zettel ausfüllen: wann will ich frühstücken von 7.30 bis 8.00 oder …. was will ich essen: realy with all details … In den anderen Hotels nahm ich mir stets einen kleinen Rucksack mit, schmierte mir etwas (zusätzlich) für den Tag. Das kann wohl hier vergessen. But it’s no problem, they know what was doing …

Und so war es, das ‚personality breakfast‘ wurde nach dem (pünktlichen) Erscheinen angefertigt. Es war wirklich lecker und die Platzreservierung war wegen der beschränkt vorhandenen Sitzplätze sinnvoll.

Das war nur ein Teil …

Am nächsten Morgen dotografierte ich das sehr angenehme und saubere Hotel von außen

NiIRVANA wohin führt es …?

Nach dem Frühstück wollte ich an meinem Blog weiter schreiben, hatte ich doch einiges nachzuarbeiten … Nichts mit in Ruhe arbeiten, ich traf eine, im Ausland lebenden Russen, Wladimir, sowie Hellmuth, dessen Vater nach Anfang 1970 für 20 Jahre in Karaganda im Gefängnis „verbrachte“ und ein wenig russisch sprach.

Sie hatten sich gestern Abend in einer Bargetroffen und für heute früh in der Lobby des Hotels (zum weitertrinken, vermutlich) getroffen…

Es ergab sich ein abwechslungsreiches, angenehmes Gespräch in ‚ friendly atmosphere‘ und ziemlich fließend wechselnd zwischen russisch und englisch. ( Wenn ich da an die ersten krampfhaften Versuche mit Jacek und Danuta in Grudziąz denke, vielleicht erinnert ihr euch ?)

Kurz nach dem Frühstück

Mit dem Schreiben begann ich erst

Kleine Pause

Übrigens, sei mir hier (oder vorher) einTippfehler passiert , so bitte ich Euch um Nachsicht nicht nur wegen des … Whiskys wie gestern Abend,

Irish pub in the near of the port, excellent but at 8 p.m. without any guests

sondern auch wegen meiner – nur bedingt noch vorhandenen – motorischen und technikspezifischen Möglichkeiten. Übrigens, warum nur bedingt vorhandenen Möglichkeiten EIN JEDER HAT SEINE (auch bedingten) MÖGLICHMEITEN …

Zurück zum Alltag. Mit Genehmigung des Hotelpersonals darf ich im Hotel am Reisebericht weiter schreiben, schön Mittag essen und DANACH mein Zimmer räumen!

Was war gestern Abend? Vor 50 Jahren feierten Monika und ich mit vielen Gästen Polterhochzeit im Greifswalder vieretagigen (wird noch eine Rolle spielen) Studentenwohnheim meiner Auserwählten. Verwandte waren bereits in kleiner Runde in einem, nicht so großen, Stdentenwohnzimmer. Ihr könnt Euch aber vorstellen VIER ETAGEN, was da so an müll und Schrott anfällt …POLTERHOCHZEIT …Ich organisierte Zehnerkolonnen, um nicht noch zur Hochzeit Müll wegtragen zu müssen, es ging immer ‚ vor – zurück- zur Seite – ran. Unvergeßlich. Un der nächste Tag nach der Trauung im Rathaus ging es ins CDU, nicht wie ihr vielleicht denkt, richtig hieß es:

Clubhaus der Universität….

Und abends mit einem kurzfristig organisierten Studentenmusiker mit einem Bus weiter nach Breesen, dem Wohnort von Monikas Eltern. Nach ausgiebigem Feiern, Tanzen, stand up comedy (würde man beute sagen) kam ich dann am 10.06.1972 ab 09.30 Uhr für eine halbe Stunde Schlaf zwischen

a n d e r e n Personen, nicht Monika…..Soweit zum Mythos Hochzeitsnacht.

Nun muß ich wohl dringend beantworten: Wie kommt einer, der offensichtlich nicht ohne Erinnerung ist darauf, den Tag der GOLDENEN HOCHZEIT ohne Ehefrau alleine in der Fremde zu verbringen…?

Monika, meine Gattin, wollte aufgrund der aktuellen, angespannten politischen Situation nicht in Nähe eines allseits bekannten Staatsmannes nicht mit mir sowie PKW zu reisen. Auf das einwöchige Klassentreffen in Pärnu-Estland zu verzichten, war keine Option für mich. Und das, obwohl inzwischen der Umzugstermin von Tochter Katja in unsere Einliegerwohnung auf den 20.06.2022 feststand. Es sei mir hier gestattet, weitere persönliche Erläuterungen nicht vorzunehmen…

Was mach ich also an unserem Jubiläumspolterabend? Kleine Radrunde. Klaipeda liegt am Wasser, also

Viele erzweigte flußarme bketen viele Anker- und Sichtmöglichkeiten

…es ging weiter in den Hafenbereich und ich sehe, wie ein litauisches Mädchen ihren Liebsten verabschiedet …

Ein paar Meter weiter ein Liebespaar …

the sun is going

Ich sprach sie an, er hat deutsche Vorfahren und heißt Bauer, kann aber leider kein deutsch, english its enough … ?

Es war ein sehr interessantes Gespräch, in dem ich meine persönliche Verbindung zu diesem Tag ‚offen legte‘ . Ich zeigte ihnen mein (illegal) aufgenommenes Foto, über das sie sich sehr freuten, kanns du es uns senden ?Kontaktaustausch und Fotos am Memorial. Später stellte sich heraus, dass die beiden ebenfalls im Hotel Nirvana zu Gast !

….

Auf der Rückfahrt in das Hotel bin ich noch einmal an dem beeindruckenden Segler vorbei gekommen.

Was will der von uns ?

10. Tag, Donnerstag, der 09.06. Fähre Klaipeda-Kurische Nehrung, Fahrt nach Nida

Wie bereits beschrieben wird im Navalishotel das Frühstück für jeden Gast nach Bestellung gefertigt. Es war wirklich lecker. Nach dem Frühstück habe ich mich etwas seperat gesetzt, um an meinem Reisebericht zu arbeiten. Hatte ich doch so etwa zwei bis drei Tage nachzuarbeiten. Es lief auch zunächst ganz gut, bis zwei Herren dazu kamen; offensichtlich wollten sie einen lustigen Barabend nachbearbeiten auch in flüssiger Form. Selbst ich konnte mich dem Gespräch nicht entziehen, was auch ein Fehler gewesen wäre. Feste feiert man wie sie fallen.

Ein Herr Wladimir war russischer Staatsbürger, spielte Theater in Braunschweig in den 90ern und reist den Augenschein nach jetzt durch die Welt. Der andere Hellmuth, ist Litauer und sprach als Fremdsprachen russisch. Wir redeten über alles mögliche, natürlich kam hier auch die russische Sicht auf den Russland-Ukraine-Krieg zum tragen. Hellmuths Vater war als litauischer Oppositioneller ab Anfang der 70er Jahre in Karaganda für 20 Jahre hinter Gittern. Ich habe nicht ganz unwillig etwas mitgetrunken und so war es schnell nach 11 Uhr – mein Zimmer war noch zu räumen und die Arbeit am Text!

Auf das Leben und die Liebe …

So gegen 11 Uhr war genug, einer mußte sich ruhen und Wladimir mußte mit seiner Barbekannten shoppen, so ist das wohl heute … Ich deutete die Situation zumindest so, denn er hatte bereits drei Anrufe erhalten, weibliche Stimme zunehmend genervt ‚… ja schdu u magazinu ….‘

In diesem Gespräch bekam ich auch mit, dass in Klaipeda und Umgebung viele Litauer noch russisch sprechen und auch viele urlauben dort (Kaliningrader Oblast ist ziemlich nahe).

Nach Absprache mit dem Servicepersonal hatte ich Aufschub wegen des Zimmer räumens, konnte schreiben und noch einen leckeren lunch einnehmen.

Fischsuppe war wirklich lecker
Das sieht doch gut aus ?

Nach 15 Uhr fuhr ich in Klaipeda zur Fähre, besser das Navisystem führte mich aber meinerseits nicht ganz sinnvoll, so gab es hinüber zur Kurischen Nehrung zwei Fähren, eine war eine Personenfähre. Die um 16 Uhr fahrende verpasste ich knapp, so hatte ich genügend Zeit, mich mit dem Zahlautomaten zu beschäftigen. Es sei hier erwähnt. In Litauen wird das Kassensystem sehr auf individuell eingestellt. In Nida waren am nächsten Abend nach 20 Uhr die Kassen nicht mehr besetzt, jeder Kunde gab selbst seine Warencodes ein, teils bildhaft, teils per Textbutton. Einer Shopmitarbeiterin fiel sofort meine Unsicherheit auf und sie übernahm freundlicherweise das durch mich ohnehin nicht bewältigbare.

Auf der Fähre hatte ich ein kurzes Gespräch mit einem jungen Litauer, der mir auch gleich Tipps für die Radwege gab. Der gesamte Radweg war über die 53 km bis Nida zwar durchgehend gut beschildert, an manchen Stellen war die ursprünglich vorhandene dünne Asphaltdeck völlig verwittert und es war jedoch über große Abschnitte eine ziemlich holprige Fahrt mit teils sehr engen Kurven. Höchste Aufnerksamkeit war gefragt, ich begegnete einzelnen Radlern und zweimal geführten Radgruppen. Im ersten Drittel fuhr ich kurz neben der, zur Ostsee zugeneigten, Düne durch junge Landschaft. Auf den Sandflächen siedelten sich Moose und Flechten an, gelb strahlender Ginster setze Farbtupfer in die Landschaft, wie wir es auch im Norden Stralsunds kennen. Als sich später hoher Kiefernbestand entwickelt jatte, breiteten sich auch ganze Blaubeer wiesen aus. Bald kamen auch Eichen hinzu und einmal sah ich Bereiche, in denen Wildschweine nach Nahrung die Erde durchwühlten.

Nach gut 30 km kam ein Parkplatz, für mich auch schon Pause angesagt und wie vom Himmel abgeseilt ein Getränke- und Eisstand.

Endlich Pause

Nach einer kleinen Pause ging es frischgestählt in Richtung Nida weiter. Der Weg schlengelte sich stets auf der schmalen Nehrung. Es erschienen links an der, der Ostsee abgewandten, Seite mehrer geschmackvoll angelegte Feriendörfer. Einmal viel mir ein einzelnes Gebäude auf, das denen glich, welche ich im Spreewald häufig sah.

Der von mir gesuchte Campingplatz liegt etwa 2 km hinter dem Ortszentrum von Nida. Nach einigem Erfragen fand ich ihn. Leider ist in meinem Navisystem nur die Ortsangabe ohne konkrete Adresse eingebbar. Wieder einmal ein, hoffentlich nicht noch viel länger zu erduldender, Zustandg im Vergleich zu den Autonavis. Bei solchen Bemerkungen muß ich natürlich auch immer an meine 23 Jahre als Autohändler denken. Es muß auch alles bezahlt werden und ich vermute, im ‚car-bereich‘ wird auch diese Leistung mit guten Margen verkauft … Am Campingplatz angekommen mußte ich erfahren, dass sie trotz Vorreservierung kein Zimmer für mich hätten, nur in der Nähe gäbe es noch eine Appartementwohnung für … Alternative mein kleines Ein-Mann-Zelt. Ich entschloß mich, in einem Bett zu schlafen. Solange das Geld (scheinbar) reicht, nehme ich das Zelt nur im Ausnahmefall. Ich also los und für die nächsten beiden Tage einkaufen und vorher eine kleine Ortsbesichtigung mit gut in Schuß gehaltenen ehemaligen Fischerhäusern.

Nida und nähere Umgebung

An der Unterkunft angekommen, zeigte sich, dass meine Gepäck, die zig-Kilometer Rütteltour nicht optimal überstanden hat. Aber wichtig war, alles ist noch drauf, aber extrem verschoben. Mein Besuch auf dem Aussichtspunkt der mit 52 Metern zweit höchsten möxhte ich Euch natürlich auch bildlich vorstellen. Die Skulptur, die den sich gegen den Wind stemmenden Mann darstellt, wurde 2018 gefertigt und basiert auf einem historischen Foto aus 1908.

no comment
Die Landzunge ist schon russisch

11. Tag, 10.6. Trip in Richtung Grenze und Besuch Nidas

Gestern Abend habe ich in Nida in einem Laden eingekauft, der bis 23 Uhr auf hatte; wie sich später herausstellte, die separate Abteilung für Alkoholisches allerdings nur bis 19 Uhr. So bin ich also trocken in diesen Abend am 09.06. „gegangen“.

Es regnete leider bis nachmittags um drei und wenn ich nicht unbedingt im Regen fahren muß, lasse ich es gerne aus. Gegen 15 Uhr ging es zunächat in Richtung Grenze los. Auf der Fahrt fiel mir etwas ein, scheinbar absonderliches, aber genauem Überlegen doch richtig:

Ich fahre an eine südliche Grenze der EU zur Russischen Föderation. Stimmt doch, bei südlicher Grenze der EU hat man doch ganz ander Vorstellungen, mediteran o.ä. angehaucht. Kurz vor der Grenze tauchte in wenigen Metern Abstand, ich konnte die Grenzgebäude schon sehen, ein sehr junges Kitz auf. War sehr erschrocken und verschwand gleich wieder. Sicherlich ein sehr ungewöhnlicher Besuch, denn seit den westlichen Sanktionen ist diese Grenze wirklich d i c h t . Als Verkehrszeichen war für mich, schon etwas überraschend ein Einbahnstrasenwchilde aufgestellt.

Ein Grenzbild mußte aber sein, auch wenn ich weiß verbotenerweise …

Mein erstes Selfie

Bei meinem Rundgang(besser -fahrt) besuchte ich Museen wie ein Bernsteinmuseum

IIm Museum stellten mehrer Künstler ihre Werke aus

Auch Kindergruppen werden im Muaeum und im Ort mit diesem historisxhen ort vertraut.

Ich war schon drei Mal an diesem Schild vorbei gefahren, ohne dessen Bedeutung zu erfassen.

Wir sagen ja schließlich auch Moskau und nicht moskva …

Auf der konkreten Suche nach diesem Museum fand ich es, obwohl ich bei den zum Haus hoch führenden Treppen durch die anügebrachten künstlerischen Naturfotos mit einem berühmten Fotografen gerechnet hatte.

Eine größere Gruppe etwas älterer Franzosen, die gearade das Haus besichtigten, machte mich noch nicht stutzig. Die Ausstellung selbst aber natürlich.

Annäherung an Th. Manns Sommerhaus auf dem Schwiegermutterberg

Er war von dem mit seinen Worten zu beschreibenden „Italienblick“ so begeistert, dass er 1929 beschloß, sich hier sein sommerhaus errichten zu lassen. Von 1930 bis 1932 verbrachte er mit seiner Familie drei glücklich Erholungs- und Arbeitssommer. Bekanntlich mußte der Nobelpreisträger 1933 Deutschland wegen der Nazizeit verlassen.

Interresant Lebensformen heißt auf englisch ‚goings-on‘

Ich füge hier noch einige Impressionen von meinem heutigen Nida-Rundgang an

Dieser Blick leider nur auf nichtöffentlichen Gelände möglich

Ich habe wirklich lange nach d e m Blick gesucht.

Von dieser Terasse wurde das vorhergehende Foto aufgenommen
In einer Gaststääte gehts sich leichter als hart am Wind
Als Schiffskapitän von so manchen deutschen ausflugsinteressoerten Gästen sprach er sehr gut deutsch

Am Abend davor habe ich keinen Alkohol erhalten. Ist das aber bei diesem Angebot nicht wirklich bedauerlich?

Das ist nur ein Teil des Angebots

12.TAG 13.06. Fährüberfahrt Nida-Ventaine, Fahrt nach Kvederna, und erste Zeltübernachtung

Pünktlich um 10.30 Uhr die Ventaine- Fähre über die Memel auf das Festland. Mit mir fuhr Rüdiger aus Malchin. Er ist Amatuerornithologe und wollte sich mit Rad in der Vogelwelt auf dem Festland umsehen. Er besuchte bereits 2018 und 2019 den russischen Teil der Kurischen Nehrung. Er war damals von der Ursprünglichkeit genaus so beeindruckt, wie davon, dass einige deutsch sprachen und auch manche sogar das ostpreußische Platt noch sparen.

Auf der litauischen Seite war durch die sehr stark ausgeprägte Kommerzialisierung in der Tourismusindustrie diese Urspünglichkeit verloren gegangen, was er leider auch an der nicht vorhandenen Vielfalt der Vogelwelt beobachtete. Er war mit Campingmobil in Nida und interessierte sich sehr für meine Raderfahrungen und nahm das auch für sich mal vor, längere Tour mit dem Fahrrad zu unternehmen.

In Ventaine, einem kleinen Hafen, indem so wenig Sxhiffsverkehr herrscht, dass sich sogar die Teichrosen noch sehr wohl fühlten. Neben dem gut ausgebauten Campingplatz befand sich ein Restaurant mit einem malerischen Blixk über die Memel hinüber zur kurischen Nehrung. Selbst auf der dem Festland zugewandten Seite waren sehr hoch aufragende Sandbereiche, in denen offensichtlich die Wanderdünen verhinderten, dass sixh sie Pflanzenwelt ausbreiten konnte.

Janute betreute mich mit ihrer Kollegin sehr freundlich, half mir beim Changer für meine Technik. Das Essen war auch sehr lecker.

Bei meiner Abfahrt stellte sich heraus, dass der E-Motor nicht arbeitete bzw. die Steuerung über das Navisystem ausfiel. Es halfen weder Ein noch ausschalten und reloaden brauxht ebenfalls nichts. Ich spielte schln in Gedanken damit, den ADAC wegen Pannehilfe anzurufen, obwohl es Samstags war. Ich wollte aber noxh bis zu einer größeren Stadt fahren, wo ich ,eichter zu dinden wäre.

Plötzlich sah ich auf der rechten Seite Rüdiger aus Malchin. Er ruhte sich im Schatten neben einem alten Friedhof aus. Gab mir, aus Erfahrungen mit dem E-Bike seiner Gattin, den Tipp Navi völlig herauszunehmen. Und es funktionierte wieder. Glücklich!

Neben einigen Störchen, die er auch zu Hause bewundern könne, auf der Nehrung aber vermißte, habe er hier den sehr seltenen Wiederhopf gesehen, worüber er sehr glücklich. Mit den besten Grüßen und Wünschen verabschiedete er mich erneut.

Wenige Kilometer weiter besuchte ich ein sehr bekanntes Moorgebiet, welches der bekannte deutsche Biologe, Prof. E. Weber, 1904 erstmalig wissenschaftlich untersuchte.

Nach einer kleinen Pause ind Śilute ging es weiter auf den Weg nach Norden mit dem Ziel Kidulga in Lettland. Auf einem Zeltplatz in Plungé wollte ich evtl. übernachten. Kurz hinter Saugos fiel mir eine Reklame für einen Weinladen an einem einzeln stehenden Grundstück auf. Zeit um Pause zu machen, eigene Kräfte und die Batterie aufzuladen. In Deutschland wäre das an einem Samstag nachmittags vielleicht nicht möglich, hier scheint es aber im Verkaufsbereich kaum Freizeit zu geben. Wie sich am nächsten Tag zeigen sollte, öffnen kleine Läden in einem kleinen Ort sogar um 07.30 Uhr und schließen erst um 23.00 Uhr(!). Am nächsten Tag werde ich mich über diesen Sachverhalt sehr freuen, wie ihr gleich bemerkt.

Ich hatte einen Weinladen mit in Litauen selbst hergestellten Weinen erreicht. Probierte einen von der Familie produzierten senr gut schmeckenden Rosè, erhielt Tee sowie eine kleine Betriebsbesichtigung sowie einen kleinen Weinkeller, der seit Generationen von dieser Familie betrieben wird. Die Weiterfahrt fiel mir schwer. Freundlicherweise erkundigte sich die Ehegattin bei einem Campingplatz in Plungé naxh Verfügbarkeit und Preisen für ekn Bungalow. Sie haben nur Bungalows, die über bis zu 6 Betten verfügen und demnach auch für einen allrein Reisenden 78 € kosten würden …

Auf meiner Weiterfahrt verpaßte ich leider eine Abfahrt, kam dadurch aber an einem wunderschönen Anblick vorbei. In einem der in diesem Landstrich sehr seltenen Landgasthöfe wurde Hochzeit gefeiert. Ich sah die Fotozeremonie an einem kleinen See in einem wunderschönen kleinen Park. Die Hochzeitsgesellschaft spiegelte sich auf de See, was mich zu einem interessanten Foto einludt. Da im Moment wieder einTechnikproblem, dieses mal mit dem Samsung, wird es erst später möglich sein, hier zu veröffentlichen.

Der Umweg ging so über ca. 25 Kilometer, das Navi verweigerte mir immer eine vernünftige Zieleingabe (oder ich war zu dämlch). Aber als am nächsten Tag Valdas, ein deutsch sprechender Litauer der in Deutschland einige Jahre Landwirtschaft studierte, meinen nächsten Zielort Mažeikiai (ehemals Moschelken) eingab führte mich das Navi etwa 25 km richtig und wollte danach aber immer, daß ich von der Fernverkehrsstraße abbiegen sollte. Und das lag nicht daran, wie Einige vermuten könnten, an einem für Räder besser geeigneten Fahrweg. Das Ziel, in welches mich das Navi führen wollte war offensichtlich ein anderes. Ich vertraute hier ehr den Verkehshinweisen. Es war auch der sonntags etwas geringere Verkehr.

Bis es laut knallte und mein Fahrrad erhielt eine leichte Erschütterung. Ich konnte mich aber auf dem schmalen etwa 0,5 bis 1 Meter breiten Randstreifen halten, gelang es mir doch auch schon vorher nicht umzufallen, obwohl ich leicht weggerutscht war. Was war passiert, ein mich überholender PKW hielt ein paar Meter weiter an, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Es war ein junger Schwede, der mit seinem Saab und seinem Außenspiegel meinen erwischte. Da diese, seit einigen Jahren bei Berührungen automatisch anklappen, war die Kollission für mich glücklicherweise ohne Folgen. Dem Schweden war das Vorgefallene offensichtlich peinlich, er übersah wie er mir gegenüber meinte meinen Außenspiegel (?!). Ich zeigte ihm an, dass er dennoch viel zu knapp an mich als Radler vorbeifuhr, was erschließlich einsah.

Zurück aber zum Samstag Abend. Durch den Umweg bestand keine Chance mehr, in die Nähe vom nlch ca. 80 Kilometer entfernten Plungè zu kommen. Es war auch inzwischen nach 17 Uhr.

Ich fuhr in Richtung Kvédarma auf Nebenstraßen. Keine touristische Infrastruktur wie z.B. Hotels, Pensionen oder Privatquartiere. Es stellte sich im nachhin als Fehler heraus, nkxht an der Ostseeküste entlang gefahren zu sein… Es blieb nur, mein Zelt auf einem Bauernhof aufzuatellen oder in der freien Natur. Viele beim vorbei fahren kläffende Hunde verhinderten sogar meine Anfrage. So blieb mir nichts anderes übrig, als unter einer Baumgruppe abseits dr Straße nach 21.30 Uhr mein Glück zu versuchen. Unter den Bäumen versteckten sich einige sehr alte Holzhäuser, die möglicherweise von Einheimischen als Wochenendgrundstück genutzt wird.

Ich baute schnell mein kleines Zelt auf schlief nach einem kleinen veganen Abendbrot (Tee, Birnen und Pfirsische) ein. Gegen 4.45 Uhr weckte mich das Morgenlicht und ich nahm das kleine Paradies wahr:

Idyllisch gelege an einem kleinen Teich mit quakenden Fröschen

14. Tag 13.06.

Meine Sachen waren schnell eingeräumt und die Idylle wieder hergestellt. Nach wenigen Kilometern stellte ich fest, dass ein Straßenbaustellenschild mit dahinter liegender breiter Stein- und Schotterfläche mir Ungemach verhieß. Und so kam es auch. Es sollte etwa 18 km so weiter gehen. Meine Batterie war nur zu etwas weniger als 30 Prozentgefüllt. Nachlademöglichkeit waren nicht in Aussicht. Ich fuhr also die hügelige, teilweise mit engen Kurven versehene Strecke ohne E-Motorhilfe, weil ich verhindern wollte, dass Navi und Licht zusätzlich ausfallen.

Meine „Abkürzung“

Zugegeben, kein Foto kann meine beschwerliche Fahrt nachvollziehen. An den Seiten war der Sand sehr tief und weich. Es war Sonntag und glücklicherweise sehr wenig Verkehr. Die wenigen Autos hinterließen Staubwolken. In engen Kurven war es besser, ob Links- oder Rechtskurve, immer „oben“ zu bleiben, man rutschte nämlich immer weiter nach unten in den sehr weichen Teil mit hoher Rutschgefahr (Rad und Gepäck wiegen etwas mehr als 30 kg). Wie ich etwas später an einer einzelnen Radspur bemerkte, befuhr mein Vorgänger mit ähnlicher Kurventechnik (verbotenerweise) diese Abschnitte in ähnlicher weise wie ich es mir angewöhnte, selbstverständlich mit erhöhter Aufmerksamkeit

Als die Autobahn E 85 von Klaipeda nach Kaunas unterfuhr erhielt „mein“ Schotterweg einen 50 Meter langen Asphaltbelag, um danach meine Qual wieder fortzusetzen. Was soll’s. Ich wollte Abenteuer und ich bekam es ! In Laukava begann wieder die Asphaltstraße. Der kleinerer Ort erwachte bereits zaghaft, obwohl es sonntags kurz nach sieben Uhr war. Ich war auf der Suche nach einer Batterielademöglichkeit bisher erfolglos. Ein hilsbereiter Litauer verstand wohl mein Problem. Eine russisch sprechende Frau sagte, dass sie helfen können. Es zeigte sich später, dass sie in einem kleinen Dorfgemeinschaftsbereich Strom unter Spannung liegende Steckdosen vermuteten. Und es klappte! Ich hatte nunmehr ca. 3 Stunden Pause, um zu frühstücken, Handy und Tablet nachzuladen und mich im Dorf umzusehen…

Typische litauische (baltische) Bauernhäuser
Ein junger Storch auf Suche nach einem Frühstücksschmauß
Gut besuchter Gottesdienst

So kurz nach zehn verließ ich das mir – angenehm in Erinnerung bleibende – Dorf und fuhr in Richtung Rietavas. Dort traf ich am Rande des Hauptplatzes Dariuś, Tomaś und Valdas. Sie baten mich, sich mit hinzuzusetzen. Sie saßen im Außenbereich einer Gaststätte unter Schatten spendenden Bäumen. Sie waren sehr über mein Equipment überrascht und befragten mich nach meinem Vorhaben. Sie waren von einem Tischtennisturnier wieder zurückgekehrt, zwei von ihnen freuten sich über ihre erspielten 2. und 3. Plätze und wollten Mittag essen. Alle sprachen englisch und Vaidas hatte deutsch gelernt in seinem Landwirtschaftsstudium in der BRD. Falls ich auf meinem Rückweg hier in der Nähe vorbei komme, würden wir uns sehen und auch ein bißchen Tischtennis spielen.

Nach der wohltuenden Pause ging es auf die nächsten etwa 80 km. Ich fuhr durchgehend auf der Fernverkehrsstraße, aus den Fehlern des Vortages lernend.

Plötzlich knallte es ziemlich laut und ich erhielt einen Ruck. Zu meinem Glück konnte ich mich auf dem ca. ein Meter breiten Randstreifen neben der eigentlichen Fahrbahn halten. Ein vorbeifahrender PKW hatte meinen Außenspiegel berührt, bei etwa 100 km/h … .. Der Fahrzeugführer hielt an, erkundigte sich nach meinem Befinden und entschuldigte sich. Es war ein jüngerer schwedischer SAAB-Fahrer, der nach seinen Worten, meinen Außenspiegel übersah. Ich sagte nur, so dicht überhaupt einen Radler zu überholen… Dem könne auch mal ein unbeabsichtigtes Lenken passieren, Sicherheitsabstand ist deshalb dringensd einzuhalten. Ich verneinte seine Frage, ob er sonst noch irgendwie helfen könne. Er fuhr weiter, nachdem er besseres Fahrerverhalten versprach. Glück gehabt ! Das erste Mal auf dieser Tour brauchte ich einen Engel.

Mein Hotel in Mažeikiai (dieses Mal nicht verschrieben; ausgesprochen in etwa maseitsche, das ei in etwa wie bei Mariellsche (ostpreusische Mundart war mir durch Oma Minna sehr vertraut, Betonung auf der 2. Silbe) habe ich Dank der Hilfe zweier jungen Damen schnell erreicht. Ich sprach sie auf ihren Rädern an. Sie kannten weder das Hotel noch die zu findende Straße und so geleiteten sie mich zu meinem Ziel.

Ich war doch sehr, sehr geschafft. Ob es vorwiegend die zunehmende Wärme, die zu verarbeitende Kollission oder vielleicht auch einsetzende Entkräftung war? Wer weiß. Meine Augen flimmerten etwas, leichte Kopfbeschwerden hatte ich und , das Gepäck anfangs tragend, stieß ich mit meinen Füßen ab gegen eine Treppenstufe.

Es ging so schnell wie möglich ins Bett und kurz nach 5 Uhr begann ich mit dem Notieren meiner Teisebeschreibungen und -erinnerungen. Wie ich heute Abend am Dienstag, den 14. Juni, mit Schrecken feststelle, mit ganz erheblich vielen Tippfehlern sowie Ausdrucksschwächen. Die von mir wahrgenommenen sind zunächst als Erstes von mir beseitigt worden. SORRY. Ich gelobe Besserung, Nun arbeite ich den 14. und 15. Tag nach:

14 Tag 13.06. Grenzübertritt nach Lettland sehr abenteuerrreich

Das Hotel lag in einem vor etwa 40 Jahren gegründeten Stadtteil. Eine erst kürzlich erbaute Brücke über Eisenbahnanlagen haben eine enorme Anstrengung erfordert. Nicht nur psychisch sondern auch sicherheitstechnisch.

Auf separatem Radweg durchfuhr ich den vorderen Brückenkopf und schloß einen Kreis durch ein Gewerbegebiet an. Ich kam wieder zu der großen Kreuzung vor dem gewaltigen Brückenbauwerk. Auf der rechten Seite gestartet und auf der anderen Seite angelangt. Dazu hätte ich auch den Fußgängerüberweg an der Kreuzung nehmen können, dachte ich so. Das Navi führte mich jedenfalls diesen Umweg. Ich sollte ihm gemäß wieder neu in die Runde starten. Nicht mit mir! Ich fragte also einen Mann, der mit seinen beiden Kindern vor mir fuhr. Wieder die Straße hinunter. Unten angekommen, traute ich meinen Augen nicht! Er nahm sein Rad und das des jüngeren Kindes und stiefelte los – direkt über zwei hintereinnader verlaufende Hauptschienengleise. Ich also hinterher mit meinem nicht gerade leicht zu nennenden Gefährt, immer auf eventuell anrauschende Züge eingestellt zu sein. Ich bemerkte inzwischen ganz erschrocken: Das ging ständig so mit Fußgängern und Radfahrern hin und her. Die über die Brücke laufende Schnellstraße ließ scheinbar nur Kraftverkehr zu; die anderen (scheinbar) einfach so vergessen !?

Bitte breite Fußwege beachten
Mein Navi zeigte den Weg direkt über die Gleise an !

Selbstverständlich war das von der PKP (Polnischen Eisenbahngesellschaft) nicht so gewollt, Überstiegshilfen nicht vorhanden. Man muß ja irgendwie rüber kommen…

Auf der anderen Schienenseite tauchte plötzlich ein gewaltiger Turm auf! In diesem befanden sich Treppen und ein Schacht, möglicherweise ein Fahrstuhl. Ein Radfahrer stieg, das Rad anhebend, die Treppen hoch. Ich hatte es vorher beim Gleise übersteigen nicht bemerkt, dass oben eine kleinere, separate Brücke vorhanden war.

Nach der ersten Straßenüberquerung ging es mit dem neuen Radweg weiter. Das Zusammentreffen mit der Schnellstraße vermittelt einen zusätzlichen Eindruck von der etwas beängstigt machenden Verkehrslösung.

Wirkt vielleicht etwas komisch ? Lärmschutz okay!

Die Fahrt ging durch ein Gartengebiet mit Wohnhäusern weiter bis ich nach ca. 3 km die Stadtgrenze in Richtung Grenze auf separatem Radweg weiter befuhr. Das Navi zeigte fast immer sogar die richtige Straßenseite an, die durch Radler zu nutzen war. Ich bemerkte sofort, dass auf der Straße ziemlich wenig los war. Sollte mir recht sein!

Plötzlich Baustellenschild und Warnanlage für wechselseitige Fahrbahnnutzung. Kurz danach ein Ort, der zwei Ortsbezeichnungen hatte. Ich merkte mir EZERE. Ich beachtete das nicht besonders, wartete ich doch auf die Grenze. Am Grenzschild war selbstverständlich wieder ein Foto fällig. Es passierte aber so etwa 20 km nichts Besonderes. Ab und zu Baufahrzeuge. Ein Beifahrer fotografierte mich auf meine Bitte hin.

Kompletter Straßenneuaufbau

Irgendwann kam die alte Straße, die wirklich nichts mehr hermachte! Kurze Zeit später eine Stadt. Nach ca. 45 km Pause. In einem Lädchen für 1,25 € einen wohlschmeckenden mit Zimt bestreuten Mohnzopf gekauft.

Erste Pause

Als ich mich entspannte und in einem Wartehäuschen ein Reklameschild mit der Unterschrift www.saldus.lt las , fiel mir auf, dass wir schon „drüben“ in Lettland in der Stadt Saldus angekommen waren. Ohne Grenzpfahl und -foto. Mit dem Straßenneubau wurden alle Grenzzeichen an der Straße beseitigt.

Ich hielt mich ein bißchen im Stadtzentrum auf und spürte 10 Minuten später Appetit auf etwas Warmes. Die Gaststätte lag im Zentrum, war sehr nett im indischem Ambiente eingerichtet und es erklangen lateinamerikanische Rhytmen. Einfach angenehm. Der geräucherte Bauchspeck wurde mir, von der sehr gut englisch sprechenden Kellnerin, als nationale Besonderheit empfohlen und sehr ansprechend angerichtet. Mein blick schweifte immer mal hinaus zu meinem Wegbegleiter.

Es dauerte nicht lange, mit den nächsten drei Gästen zog die russische Sprache in den Gastraum ein. Es entwickelte sich mit Albert Schamaiko, dessen Gattin sowie einem etwas älteren Bekannten/Verwandten ein abwechslungsreiches Gespräch. Auf ihre Bitte hin, erläuterte ich den Grund für meinen Baltikstaatenbesuch.

Fotoerinnerung erst nach Genehmigung, wie immer …

Jeder sprach neben russisch auch für meine Begriffe sehr gut englisch. Sie zeigten sich sehr interessiert, über den Fortgang der Reise immer mal wieder Neues zu erfahren und wir tauschten deshalb Kontaktdaten aus. Die dazu erforderliche Internetadresse gab Albert sofort ein und besonders Frau Schamaiko staunte sehr über die Tourenlänge und das Fortbewegungsmittel. Wir verabschiedeten uns freundlich und ohne große Nachfragen meinerseits zu günstiger Weiterfahrt bis Kuldiga.

Im Gegensatz zu gestern holte mich das Navi noch in Saldus von der Fernverkehrsstraße runter und führte mich auf eine Nebenstraße. Ich überprüfte den auf einem Verkehrshinweisschild angegbenen Ort Väne mit der Karte, stellte fest, das kommt hin. Fuhr deshalb weiter. Später stellte ich fest, dass eigentlich Värme besser in Richtung Kuldiga (übrigens erste Silbe betonen) gewesen wäre. Abwechselnd wollte es mich nach rechts und mal nach links von der Straße weglotsen. Gestern hatte ich ähnliche Versuche auf der Fernverkehrsstraße abgewehrt, weil ja immer Mažeikiai ausgewiesen war. Ich kam immer mehr in Richtung Osten ab. In einem Ort sah ich plötzlich eine gute Regionalkarte und legte mir meine Route hinüber zur Fernverkehrsstraße fest.

Es ging wieder über Schotterwege, war doch heute schon und früher …!

Zu meinem Unglück sollte das aber nicht alles sein. Nach ca. 2 km wollte mich mein Begleiter wieder zurückschicken. Ich blieb stur und fuhr weiter. Nach ca. 1,5 km „erkannte“ er den Fahrweg wieder. An einem Abzweig, nach dem Ort Jantr. , der mir schon auf der Karte auffiel, wollte ich nach rechts abbiegen, um weiter in Richtung Norden zu gelangen. Was sagte es: Nach links! Ich gehorchte, eigentlich schwer vorstellbar …

Erst gab es nur noch Restbestände von dem guten alten Schotterweg. Abbiegungsrichtung war noch leicht zu ermitteln.

Ziemlich bald war erkennbar, hier ist schon seit längerem keiner mehr gefahren. Der Weg muß doch aber weiter gehen, kann nicht einfach so aufhören?

Nun fehlen nur noch quer über den Weg liegende Bäume. Wenn sie aber schon länger da gelegen haben, würde es ja vielleicht schon eine Umgehung geben.?Das war meine Hoffnung!

Und so war es auch. Es kamen aber nun tiefere Schlammlöcher. Nun reicht es aber. Schließlich verbessert sich auf einer Waldwiese der Weg. Nach einem kleineren Waldbereich ein Feldweg und nach anmutig und friedlich daliegender Landschaft der Waldfriedhof der Gemeinde Lutrini, übrigens wie viele anderen Dörfer wunderschön sauber und gepflegt. An einem Stall bewunderte ich die handwerklich fein ausgearbeiteten Schmuckelemente.

Das Dorf verfügtebüber eine Landschule mit großzügigen Sportanlagen und, ich will wirklich nicht nerven, separatem Radweg. Nur zur Erinnerung, welche Wege ich noch kurz vorher hatte und die Fernverkehrsstraße tangierte das Dorf.

Endlich hatte ich wieder Straße. Durch ungefähr 20 km Umweg hatte ich noch 50 km bis zum Tagesziel. Auf einer Wiese sah ich die ersten beiden Kraniche. So war ich trotz deutlich weniger geplanten Tageskilometer wieder 120 in den Beinen. Erfreulich zu gestern bei deutlich besserem Körperzustand.

In der Innenstadt war ich sofort von dem aFlair der altehrwürdigen gebäude fasziniert. Wie ich später erfuhr spielten diese folgenden Gebäude bereits mehrfach Hauptrollen in Filmen, wie z. B. in dem berühmten Antikriegsfilm „Die Brücke“ , der in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges den Vormarsch der Westalliierten zeigt.

Das erste Foto zeigt das Haus, in dem sehr geschmackvoll in der ersten Etage meine Wohnung liegt. Ich bin bis in den Dienstag hinein in den Gassen geschlendert und habe besonders in Flußnähe einen schweren, süßlichen Geruch wahrgenommen, der ein bißchen an das in Russland häufig benutzte Perfum erinnert.

Bis nachts kutz vor drei hatte ich meine, durch mich gerne verrichtete Hausarbeit geschafft, konnte mich also beruhigt schlafen legen; stets von einer inneren Unruhe begleitet, würde es dieses Mal ein etwas besser lesbarer Text werden. Meine Erfahrung besagte leider, dass eine relativ zeitnahe Lesekorrektur nicht so sehr viel brachte, zumal natürlich auch die Korrektur selbst fehlerbehaftet sein kann und bei mir ist.

Nach tiefem, dreistündigen Schlaf wachte ich kurz vor drei auf. Ich hatte wieder einmal keinerlei Erinnerung an einen Traum. Interessanterweise machte auf einer Reise nur eine Nacht eine Ausnahme. Ich dachte mir so, wie soll auch ein Traum Platz haben, wenn mein Gehirn ganz dringend mit der „Nacharbeit“ meiner vielen Tageserlebnisse zu tun hatte oder …

Ich ließ zum Duschen das Wasser warm laufen, obwohl ich sofort die richtige Temperatur hatte. Nachhaltiges wirtschaften, indem der Begriff ‚warm‘ in dem Zusammenhang benutzt wird, ohne Energie aufzuwenden. Ich weiß, dass es evtl. physikalischer Unsinn ist …

In der Nacht verschmähte ich noch den Kaffee. Zum Frühstück mache ich mir aber eine Kanne. Ursprünglich wollte ich gestern früh bereits weiter nach Riga reisen, ob mit Rad zur nächsten Bahnstation oder gleich mit dem Bus war noch nicht klar. Ich schmierze mir deshalb für die Reise Stullen. Da ich nun gestern doch und g l ü c k l i c h e r w e i s e doch für Kuldiga entschied, brauchte ich die Stullen nur noch aus dem Kühlschrank zu nehmen und den Mohnstriezel aufzuteilen.

Ich kann aber immer noch nicht zum folgenden Tag kommen, denn das Leben schenkte mir eine Morgen-Bilder-Geschicht oder beserr geschrieben ich, ich nahm sie mir einfach!

Zum besseren Verständnis, die folgenden Aufnahmen zeigen den Tagesstart von Hausbewohnern zum „Hinterrhof“ hinaus. Die Straßenseite ist malerisch sehr schön auf folgendem Selfie dargestellt worden:

Der Kerl ist nicht malerisch …das Nasenhaar bereits beseitigt, erstmalig selbständig und freiwillig…

Die Story beschreibt den grünen mir lieb gewordenen Hinterhof. Mit dem Hausherren, ich glaube vielleicht auch den Ladenbesitzer und Gatten von der rechts neben ihm stehenden Frau

erschien die Katze. Der Hausherr verschwand für längere Zeit in einem der Schuppen. Ein älterer Herr erschien mit einem Rennrad, erhielt Kaffee und setzte sich. Die wunderschön gestaltete Sitzecke verdeckt den von mir gestern benutzten Wäscheplatz. Der Baum ist kunstvoll mit einer Holzmiete umbaut, daneben ist im Rasen ein ganz altes Fahrrad drapiert. Es erscheint mit weinrotem PKW die Vermieterin. Den auf derBank sitzenden Mann fotografierte ich, von diesem unbemermt, der Ladenbesitzer erwischt mich. Im mittlerweile mögliche russisch entwickelt sich ein freundloches Gespräxh doch „von oben“ herab. Wie war die Nacht, wie war es gestern, wie sind die weiteren pläne …

Es ist Ortszeit, 09.17 Uhr 😏. Der Ladenbesitzer schlief und sägte inzwischen abwechselnd und führte zwischendurch so manchen Schnack. Ixh fühlte mich irgendwie zu Hause und zufrieden obwohl ich erst jetzt, vielleicht in Kurzform mit dem Reiseerlebnisbericht zum gestrigen Tag beginnen kann. Selbstverständlich verschieben sich meine Ankunftszeiten in Riga und Pärnu und für kurzen Hauptstadtbesuch bleibt keine Zeit mehr. Die Abfahrt ab Kuldiga wurde mir von Einheimischen alle volle Stunde angesagt. Alle würden auch Fahrräder mitnehmen, ansonsten würden nun (endlich?) …richtige (?) Probleme auf mich zukommen. Geduld, Geduld …

15. Tag Dienstag, 14.06. KULDIGA, die Perle des Baltikums

Wie Ihr schon wißt, ausführliches Frühstück mit Lunchpaket.

Danach erneuter Wäschtag mit anschließender Klempnerreparatur des Chefs, da möglicherweise über dieses Waschbecken bisher noch nicht so viel Wasser ablaufen mußte.

Danach ausführlicher Stadtrundgang. Sofort, auf erstem Blick feststellbar, romantische Historie harmonisch verschmelzt – in großzügigen Parkanlagen und im ehemaligen hochherrschaftlichen Sommerhaus eines deutsch-baltikum-stämmigen Großindustriellen (Stadtmuseum) oder im neu errichteten Kulturzentrum ausgestellten Kunstwerken.

Im Kulturzentrum findet derzeit ein Masterstudium statt, das unter der Leitung von Siegrid steht, einer Finnin, die viele Jahre in Österreich lebte. Die Betreuerin des Kulturzentrums, Ines, erlaubte mir zunächst, nach einigem Bitten, meinerseits zunächst einen Seitenblick.

Eigentlch war zur Zeit das Gebäude nur freitags für die Öffentlichkeit besuchbar, aber wenn ein Ausländer freundlich bittet (?), wie soll man (Ines) sich da erfolgreich wehren.

Ich sah eine vom Direktor der Rigaer Kunstakademie angefertigte Malerei

ebenso wie mich beeindruckende Masterabschlußarbeiten zum Thema Frieden (oder Krieg ?).

In einer Pause gab es auch kurz die Möglichkeit mit der Chefin und einer deutschen Gaststudentin kurz zu sprechen.

Später ging es an einem Lehrerbildungsinstitut vorbei, außen sofort durch viele Kunstwerke ersichtbar, auch mit der fachrichtung Kunst belegt und viel größer als das Greifswalder Kunstinstitut beheimatet war und ist (meine Gattin Monika studierte anfqng der 70er dort).

Auf die an draußen arbeitende von mir gestellte Frage, ob die neben befindliche slawische Kirche besichtigt werden könne, konnten sie leider nicht antworten. Ein außen hängendes, schweres Schloß sowie ein Zettel mit dem Termin 12.07. ließ nichts Gutes vermuten. Schade !

Im Stadtmuseum kannte die am Computer arbeitende Dame die Küsterin (oder wie es in der russisch-orthodoxen kirche wohl heißen mag) persönlich. Sie erreichte sie auch und erfuhr, dass sie noch bis diesen Freitag in Riga sei. Also Pexh gehabt, vielleicht später … Der aufmerksame Leser bemerkte vielleicht schon, dass durch meine falsche Darstellung der Reihenfolge evtl. zurück geblättert werden müßte. Der Tag stimmte jedoch…

Nach der Kunst kam natürlich die Natur mit den für das Baltikum möglicherweise Höhepunkten die Venta Rumba ( zunächst der Flußnahme dann Wasserfall) von beiden Uferseiten

und danach aktiv hinter der Brücke schwimmend. Am Vorabend entdeckte ich einen Garten mit einer Großmutter und -vaterbank

Der Gartenbesitzer Wjatscheslaw kam zu mir heraus und zeigte mir an, privates Geländer (wieder einmal) betreten zu haben. Nach kurzer Entschuldigung/Erläuterung verbrüderten wir uns ziemlich schnell, wechselnden im Gespräch ständig zwischen englisch und russisch. Er lud mich zum gemeinsamen Schwimmen in seinem privaten Fluß-Strömungs-Bad ein. Holte mir ein Handtuch, wies mich auf Steinbereiche am Flußboden ein und erklärte mir, wie ich mich richtig in der Strömung verhalten solle.

Dazu berichtete mir Wjatscheslaw detaillreich von Episoden über die 1915 im ersten Weltkrieg zwischen russischen und deutschen Soldaten ausgetragenen schweren Kämpfe.

Im Stadtmuseum wurden seine Ausführungen eindrucksvoll bestätigt:

Unterwegs gab es immer wieder freundliche Hilfe, sei es durch Passanten/Innen oder Mitarbeiterinnen des Tourismusbüros

… und immer wieder googeln oder wie Frieda Braun, die bekannte Komikerin zu sagen pflegt gurgeln … Das Pärchen suchte mit mir (und Google) das Tourismusbüro.

Im Park vor dem Kulturzentrum sprach sich – nach meiner Lesart – ein moderner lettischer Künstler und Hochschullehrer in Form einer, die Darstellung griechischerPhilosphen nachvollziehenden Darstellungsweise auf dem Sockel deutlich für Heterosexualismus aus. Nach Worten von Ines solle diese Skulptur in gewisser Weise für die Masterstudenten eine Anregung für ihr künstlerisches Schaffen darstellen.

Mit diesem – unbewußt geschlossenen – Spannungs(?)bogen schließe ich diesen wunderschönen Tag ab und kann um 12 Uhr den Rigaer Bus noch schaffen ohne Euch gegenüber noch „Schulden“ (bestimmt das falsche Wort) zu haben. Mein Pärnuer Hotelzimmer kann ich auch spät abends noch beziehen. Morgen qerde ich mit unsetem estnischen Cheforganisator, Joachim, um 11.30 Uhr zum Talliner Flughafen losfahren, um sie anderen Partygäste zu empfangen und um endlich auch mal, zumindest gedanköich die Füße hochlegen zu können.

Vielleicht komme ich in sieben Tagen wieder hierher. Gleiche Wohnung ist bestellt und bestätigt. Zumindest vom 22. zum 23.06. Wjatscheslaw verriet mir nämlich am Fluß gestern, dass am 23. das große städtische Mittsommernachtsfest am Fluß Venta sein wird!!!

16. Tag 15.6. Busfahrt nach Riga

Pünktliche Abfahrt 14.30 Uhr, vorgesehene Ankunft in Riga 17.40 Uhr.

Aber es sind unterwegs viele Baustellen und ich darf nicht „mitspielen“. Eigentlich traurig… ? Entspannung tut auch gut!

Vielleicht auch besser so…

An der Stelle ergibt sich mir und vielleicht auch manchen von euch die Frage: Verbirgt sich durch meine momentane Fahrweise nicht eine erhebliche Schummelei ? Ich meine nicht. Ich habe angekündigt:

MIT E-BIKE INS BALTIKUM ,

aber nicht wie …

Einige meiner ehemaligen Schulkameraden von der EOS hatten angedroht, Wehe wenn du hier g(c)rocki ankommst … Die werden sich wundern.

Hier noch ein kleiner morgendlicher Schnappschuß; in der Welt bestimmt nicht so häufig anzutreffen. Ich möchte Euch auch mit dem Lesen bis hierher (?) belohnen:

Zugegeben, ein bißchen geschummelt…, but no geschnitten ..

Ich bin heute um 14.30 Uhr aus dem mir lieb gewordenen Kuldiga mit dem Bus nach Riga aufgebrochen. Die Straßenbaustellen habe ich ganz entspannt an mir vorbeigleiten lassen.

Hier wäre es eng geworden …

In Riga dominierten der Fluß Daugawa sowie der dem Warschauer Kulturpalast ähnliche Rigaer Stalinbau. Neben den kulturellen Aufgaben wurde in einigen Hauptstädten der „Bruder“länder möglicherweise auch ein gewisser Machtanspruch seitens der Sowjetführung gegnüber den anderen Ländern dokumentiert. Die Berliner ehemalige Stalinallee hat diesbezüglich bekanntlich ein reichhaltiges Geschichtsbuch aufzuweisen, beispielsweise die Ereignisse um den 17. Juni 1953.

Wir fuhren in das Marktviertel mit vielen großen Markthallen sowie kleinen Ständen. Es ist unschwer zu erkennen, dass wir einen Bereich Rigas mit sozialen Brennpunkten durchfahren.

In Riga hatte ich Glück. Nicht einmal 20 Minuten Umstiegspause. Die Fahrgäste wurden am Peron1 für die Fernlinien, sogar durchgehend bis Berlin(?) abgefertigt. Zu meiner Verwunderung werden vom Busfahrer die Pässe bzw. Ausweise und Tickets kontrolliert. Wir werden zwar erneut eine Grenze überqueren, aber beide Länder sind doch in der EU, frage ich mich? Ich hatte mir auch keine Tickets vorher gekauft?. Wird es am Bus möglich sein. Bisher zeigen alle ihr Online-Ticket vor und werden mit einem Scanner registriert. Habe ich Glück und es ist noch ein Platz frei? Ich hatte mal wieder Glück!

Ein estnischer Bus des Unternehmens LUX Express nach Tallin war exquisit ausgerüstet. Für 18 € incl. Rad ca. 150 km gefahren zu werden. ist schon okay. Tee oder Kaffee mußte nur selbst bereitet werden. Entertainment mit vielen Spielen vorhanden. In beiden Bussen WIFI selbstverständlich, Fahrradmitnahme sowie Ticket nachzulösen ebenfalls. Die russische Sprache dominierte im Bus inclusive freundlichen Fahrer. Jeder Fahrgast hatte einen reservierten Platz. Ich teile die Sitzreihe mit einer etwas korpulenten älteren Frau. Pünktlich geht’s los.

Ich spielte ein bißchen Sudoku. Meine 64-jährige Estin/Russin hatte Sudoku noch nie gesehen. Interessierte sich aber sehr für das Prinzip. Ich startete ihr Tablet an der Rückseite des Vordersitzes und mit neugierigen Blicken und fast kindlicher Neugier ging’s los. Wir unterhielten uns ganz gut in russischer Sprache. Ihre Frage, ob wir auch Euro haben, war vielleicht nicht zu erwarten und zeigt wie sich auch in nur etwas mehr als 1,5 Tsd. Kilometer Entfernung verschiedenartige Lebenswelten entwickeln können.

Gegen 20.30 Uhr war ich glücklich im Zielort Pärnu/Estland angekommen. Es war deutlich kühler als noch am Vormittag in Kuldiga; im Hotel wird noch geheizt. Zum Glück soll am nächsten Wochenende aus Westeuropa schwülwarme Luft einströmen. Hoffentlich verliert sie bis hierher fast ganz nach „oben“ ihre Kraft nicht.

Nun ist erst einmal für eine Woche Klassentreffen und was auch ganz wichtig ist, ich wohne durchgehend eine Woche in einem Zimmer, nicht ständig die Ein- und Auspackerei.

Für den Rückweg gibt es viele Varianten… Fähre Klaipeda – Rostock, verschiedene Buslinien und da war doch noch was …? Ach, ja. Kaunas ist in diesem Jahr die Kulturhauptstadt Europas und am Bahnhof dieser Stadt hatte ich vor fast einer Woche diesen Gig im besten Veganbistro mit dem Chef eines Biker Shops und seinem Kumpel Ludas. Wie hieß er noch mal …?

Matti, Kürzel TT. Moment mal, ich habe doch auf einem Blatt, in dem ich meine Tourplanung vornahm die vielen Kontaktdaten notiert.

Ich hab‘ s. Kürzel ist MATT. Als Einziger hatte er keine Mobilnummer notiert, sondern aus seinem Selbstverständnis heraus nur die Firmenbezeichnung WHEELS EMPIRE. Man findet mich.

Es hatte sich inzwischen bei mir verfestigt, Kuldiga werde ich am 22. und 23.06. zum Jahreshöhepunkt einen zweiten Besuch abstatten, obwohl mir bewußt ist, dass im Gegensatz zum bereits erlebten der zweite l a u t sein wird. Ich muß das Erlebnis haben! Ich habe im Verhältnis zur Hinfahrt ins Baltikum noch einen nicht unerheblichen Vorteil ala Erfahrungsschatz:

  • in den regionalen und Fernbussen werden Räder mitgenommen und das Reisen ist preiswert,
  • ich kenne schon viele Straßenbaustellen, muß auf diesen nicht wieder zurückfahren, wenn ich aber anders fahren würde? Treffe ich dann andere? Das wäre ja Mist, ich will ja nun wirklich auf meiner Fahrt nicht alle Baustellen mitnehmen. Die breiten Schotterpisten wären gar nicht so problematisch, so abgebrüht bin ich schon. Aber, in den Bereichen, an denen gebaut wird und nur eine Straßenhälfte benutzbar ist, muß ich unvermeidbar den großen Brummis noch ein bißchen Platz lassen oder ist’s anders herum… ? Eine Kollission mit anderem Fahrzeug reicht (pro Reise)!
  • Auf den Hauptstrecken, wie z. B. Tallin -Riga – Kaunas -Berlin verkehren täglich mehrere Busse verschiedener Betreiber. Da bin ich nicht auf Flixbus angewiesen, die zudem noch die Mitnahme von E-Rädern untersagen. Wie beobachten unsere Marketingprofis eigentlich den Markt?

17. Tag 16.06. Talliner Flughafen, Empfang der Gäate

Mit dem „Einheimischen“ und Cheforganisator J. L. hole ich die anderen 10 ehemaligen Mitschüler bzw. deren Ehepartner vom Flughafen ab. Da die Ankunft sich um mehr als eine Stunde verzögerte sowie die Inbesitznahme der Mietautos auch einige Zeit beansprucht, geht es mit einer kleinen Kaffee- und Imbißpause direkt Pärnu in das Tervis Spa Hotel in Strandnähe der „russischen Badewanne“. Das Wiedersehensgeschnatter hielt aich in Grenzen, da wir das letzte Klasssentreffen Ende September 2021 (!) in Zelle-Mehlis in Thüringen hatten.

18. Tag 17.06. Stadtführung in Pärnu

Am Hoteleingang empfing uns Frau Ester Preimann zur Stadtführung. Bis zum Mittagessen war es ein Rundgang. Zunächst ging es durch herrlich angelegte Parkanlage in unmittelbarer Strandnähe zur Villa Ammende. Eine prächtige Jugendstilvilla, die ein Vater seiner Tochter zur Vermählung schenkte. Heute ist es eine beliebter Ort, um Hochzeiten zu feiern, in exquisiter Umgebung zu speisen und zu feiern. Der Garten bietet zudem eine hervorragende Kulisse für die beliebten Sommerkonzerte. Gilt doch Pärnu als Sommerhauptstadt Estlands.

Frau Preimann schilderte unterhaltsam die abwechslungsreiche Geschichte von Pärnu anhand der Kirchen und wichtigen Gebäudender Stadt. Es viel die enorme Architekturvielfalt auf und einige Informationen bleiben vielleicht länger im Gedächtnis. So habe Pärnu auch einen richtigen Berg, er ist sogar siebentausend Millimeter hoch (Teil einer ehemaligen Wehranlage).

In einem Park war eine Esche so prächtig gewachsen, dass ein Ast abgestützt werden mußte und dem Passanten Konzentration abverlangt. Es war immer wieder so spannend, dass immer wieder der Anschluß nicht verpaßt werden durfte.

Im beliebten Restaurant Stefanie wurden wir a la carte mit so manchem verwöhnt.

Danach ging es in einen Kleinbus, um die Umgebung und die Stadt Pärnu mit einigen Vororten kennenzulernen. Im nördlichen Vorstadzbereich gibt es viele touristische Anlagen und beliebte Strände . Wir besuchten eine Dorfkirche und hatten eine Verköstigung von Fruchtweinen. Unsere Reiseführerin verriet uns dabei eine sprachliche Kuriosität: PROST heißt auf estnisch : tervisseks .

Bei Tervis wußten wir schon, dass es Gesundheit bedeutet, weil wir in dem Tervis Spa Hotel. Die zweite Silbe seks soll ausdrücken, dass es der Gesundheit beim Trinken gut gehen soll.

Den abwechslungsreichen Tag beendeten wir auf einer Gartengrillparty mit Spanferkel, Sauerkraut und Kartoffeln.

Der Hausherr ist Hannu, ein Geschäftspartner von J. Ĺ.

19. Tag 18.06. Individuelles Sightseeing Pärnu

Der Tag steht zur „freien“ Verfügung. Ich habe mich beim kulturellen Angebot umgetan. Zunächst derRoter Turm, der früher mal rot war und nun weiß in den Himmel ragt.

Hier habe ich mir eine Videoanimation zur Entwicklung von Pärnu angesehen. Im 360 Grad Kino fühlte man sich mitten drinnen im Geschehen. Es ging 23.000 Jahre zurück, immerhin über zwei Eiszeiten hinweg und mit vielen fremden Eroberern bis Esten 1918 in Pärnu die nationale Selbstständigkeit ausgerufen und schließlich nach zwei schweren Kriegsherren erlangen konnten.

Im Museum für ‚modern art‘ ist momentan eine Ausstellung zu sehen, in der neben Werken einheimischer Künstler auch einige aus Polen, Litauen und der Ukraine ausstellen. Neben dem Thema Frau war auch der Krieg in der Ukraine Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung.

Mit einigen, eher unfreiwilligen „Abkürzungen“ hatte ich dann doch in die Nähe des Hotels gefunden.

20. Tag 19.06. Insel Kihnu

Heute gings es auf sie Fraueninsel Kihnu (gesprochen kichnu). Wie üblich fährt man auf eine Insel mit einer Fähre. So auch hier. Der Startort der Fähre ist allerdings auf einer etwa 40 km entfernten Halbinsel. So stand für mich kurze Zeit die Frage, die Fahrt in einem PKW zu bestreiten und dem Rad mithin noch einen Ruhetag zu spenden oder mal wieder zu strampeln.

Radeln war mal wieder dran. Die Fähre startete um 12 Uhr, also mein Start vor 10 Uhr. Das gelang nicht ganz, zudem hatte ich starken Gegenwind. Noxh in Pärnu überholte ich eine große Radlergruppe mit Jugendlichen. Drausen spürte ich shnell Gegenwind. Da sich aber meine Nyon Naviuhr noch nicht umgestellt hatte, hatte ich immernoch Puffer bis zum voraussichtlichen Ankunftszeitpunkt. Erst mit einem Anruf bemerkte ich sieses mißgeschick: „Fähre ist nun los. um zwei fährt die nächste. Wir gehen davon aus, dass du diese dann nimmst. Wir fahren dann um 7 gemeinsam zurück.“ (… dieser Anruf von einem, der nie Lehrer werden wollte, aber irgendwie steckt in jedem vielleicht ein bißchen Lehrer …

So hatte ich unvorhergesehen etwas Zeit. Kurz vor dem Anruf sah ich einen hinweis zu einem Vogelbeobachtungspunkt und konnte auch zu einer , byzantinischen Kirche zurückfahren, bei der der ursprüngliche Baustil erhalten war und lediglich ein neues Dach erhielt.

Da ging’s natürlich hin. Am Vogelbeobaxhtungspunkt traf ich eine Familie aus Riga, und wir genossen die weitläufige Sicht über den Küstenstreifen, der im Gegensatz zu unserer mecklenburgischen Boddenküste deutlich weniger Schilfbereiche ausweist und hier liefen die Wiesen, unterbrochen von kleineren Wasserinseln, in die Rigaer Bucht hinein.

Ich erhielt auch zwischendurch noch die Einladung für einen sommerlichen Besuch bei einem Weihnachtsmann, wie sich später herausstellte -frau.

Auf dem Weg zum Fährort überholte ich kleinere Grüppchen jugendlicher Radfahrer und an dem kleinen Hafen angelangt, bestätigte sich meine Vermutung, dass es sich um die bereits in Pärnu gesehene Radgruppe handelte. Sie wollten auf der Insel Kihnu zwei Tage bleiben und sich so einen stimmungsvollen Abschied aus dem Schuljahr schaffen.

Dreiviertel drei legt die Fähre pünktlich ab. Die Überfahrt sollte etwas mehr als eine Stunde dauern. Direkt gegenüber dem Ableber befand sich eine kleinere Insel. Ich dachte, wir würden zu dieser fahren.

Nach einer Weile schaute ich heraus, an der Insel waren wir schon vorbei. Ich dachte, nun habe ich auch noch die falsche Fähre genommen !!! So ne Blamage, erst die Abfahrt verpaßt und dann noch die falsche Fähre, gehts noch peinlicher, wohl kaum …

Um mich zu vergewissern, suchte ich mir eine Seekarte und bemerkte meinen Irrtum, Otto würde sagen … Ärger zurück fahren ….

Kurz vor 16 Uhr verließ ich die Fähre u.a. mit den 11.Klässlern aus Pärnu.

Nun hieß es, meine Truppe zu treffen. Nach dem sich bei mir bewährten Hauptstraßenprinzip befuhr ich die meist befahrene Straße, gefühlt dem Inselinneren entlang. Im ersten Ort habe ich in einem kleinen Laden für das Notwendigste gesorgt und auch mich bei Immi, meinem Vermittler zur Gruppe, telefonisch erkundigt, wo sich der „Rest“ von uns befinden würde. Einige wollten ein bißchen wandern, die anderen mit einem Leihrad die Insel Kihnu erkunden. Momentan waren sie in einem Restaurant , welches sich gegenüber von einem Grill befinden würde. Ich nun also los, um mich auf die Suche nach dem Restaurant zu begeben. Ich schwärmte in zwei Richtungen nacheinander aus, in der einen stoppte mich ein Flugplatz. Mein Rückruf mit dieser neuen Erkenntnis ergab aber nichts Neues. Der andere Weg führte aber auch in eine Sackgasse also zurück und die letzte Variante versuchen.

Ich fuhr an dem Gebäude vorbei, in dem sich der Lebensmittelladen befand, in dem ich kurz vorher eingekauft hatte. Plötzlich sah ich mir vertraute Personen, ich hatte sie gefunden. Wir waren demnach bei einem Telefonat nur weniger als 20 Meter voneinander entfernt. Die Gaststätte befand sich in der 1. Etage auf der Rückseite des Ladens und der Grill von dem Immi sprach war der gleiche, den ich gesehen hatte. nun konnte ich also meine Schulaufgaben machen und zunächst das Kino (Kihnu)- Museum besuchen und danach zum Leuchtturm fahren, der sich in etwa 6 km Entfernung an der Südspitze der Insel befindet.

Es war Sonntag und inzwischen bereits nach 17 Uhr, Museum geschlossen, schade. Die Tür war auf und die freundliche Museumsmitarbeiterin, Eve Tapp, führte mich mit umfangreichen Erläuterungen durch alle Räume: Schule/Kultur; Frauen; Männer; Haushalt; Fischen und Jagen sowie Naive Malerei. Letzteres wird in den langen Wintermonaten seit Jahrhunderten gepflegt wie die spezielle Kleidung mit den verschiedenfarbig längs gestreiften Röcken. Frau E. Trapp sagte mir hierzu: Ihr Vater war im vergangenen September leider verstorben. So trug sie für etwa ein halbes Jahr einen Rock, der auf der Vorderseite einen extra breiten Streifen hatte.

Vorbei an einem größeren Gesellschaftsgebäude und an dem Waldfriedhof der Insel ging es zur Südspitze. Auf dem Friedhof war für mich beeindruckend, so wurden aus meiner Sicht im Laufe der Jahre keine Gräber aufgegeben, so wie bei uns üblich. Hier sind wohl alle Verstorbenen von der Insel in gemeinschftlicher Erinnerung.

Sie ist nicht nur wegen ihrer eigenen Sprache und der konsequenten Pflege des kulturellen Erbes eine große Ausnahme in der modernen Zeit. Sie wird auch Fraueninsel genannt. Monika, meine Gattin sah dazu im NDR-Fernsehen einen Beitrag.

Die Fahrt zum Leuchtturm war ebenfalls sehr beeindruckend. Auf der Insel Hiddensee sieht man bei einer Wanderung relativ häufig die Ostsee oder die Boddengewässer. Auf Kihnu befinden sich viele hohe Kiefernbestände und die Insel ist auch breiter als Hiddensee. So konnte ich erst 100 Meter vor der Landspitze zunächst Wasser und dann den Leuchtturm sehen. Es bewahrheitete sich wieder, in Wassernähe sind auf engstem Raum tolle Motive einzufangen:

Unsere Abfahrtszeit der Fähre war 19 Uhr. Ich schaute noch kurz im Café vorbei, in dem wir uns verabschiedeten. Sie waren schon aufgebrochen, deshalb fuhr ich gleich weiter und kam überpünktlich an.

So kurz nach 20 Uhr machte ich mich auf meine 40 km lange Rückfahrt, immer an die abwechslungsreiche Hinfahrt denkend. Der Rückenwind war leider nicht so unterstützend wie er mir früh entgegen blies. In der Bar gönnte ich mir einen Tee. Da die anderen sich bereits zur Ruhe gelegt hatten, konnte ich mich naxh den 130 km, allerdings ohne dem Gepäck schlafen legen und den beeindeuckenden Tag passieren lassen. So hatte ich früh erstmals andere Radler auf großer Fahrt gesehen. Zwei jungen Frauen htten ihre Räder voll bepackt und offensichtlich auf out door Nächtigungen eingestellt. Einen einzigen ähnlich bepackten Wanderer hatte ich kurz nach meiner Fährüberfhrt von Nida nach Ventaine gesehen.

21. Tag 20.06 Ausflug nach Tallin, Estonias beeinsruckende Hauptstadt

Wir fuhren mit einem Kleinbus nach Tallin. Nach 10 Uhr trafen wir neben einer Estnisch-orthodoxen Kirche unsere charmante Reiseführerin. Sie hatte für uns ein sehr abwechslungsreiches touristisches Programm zusammen gestellt. Nachdem wir in Pärnu erfuhren, dass dort am 23. Februar 1918 die erstmalige Gründung eines estnischen Staates ausgerufen wurde, erfuhre wir in Tallin sehr viel über die singende Revolution 1988, in der z. B 1989 mehr als 100.000 Sänger und Gäste in dem „Gesangsolymp“ Tallins für die Eigenstaatlickeit Estlands sangen(!).

Wie wir bei einer Besichtigung der Stätte des UNESCO Weltkulturerbes erfuhren, war das erste Sängerfest in diesem Gebiet in den 60er Jahren des 19. Jhd. interessanterweise von deutschen Gesangsgruppen initiiert worden. Die Demütigungen, welche viele Esten in den 50 Jahren Sowjetherrschaft erfuhren, kommt in einer Karrikatur sehr deutlich zum Ausdruck, die wir ebenfalls in obigem Museum sahen:

Aber nach diesem Abschweifen zurück auf Anfang :

Wir trafen uns neben einer estnisch-orthodoxen Kirche. Obwohle am Montag Ruhetag ist, konnten wir die,ganz aus Holz gebaute Kirche, und nicht nur besichtigen, der Pope der 150 Gemeindemitglieder betreu führte uns und ging ganz ausführlich auf unsere das religiöse Leben betreffenden Fragen ein: Das innergemeinschaftliche Leben, die Lithurgie, das Verhältnis von russisch-orthodoxer und estnischer Kirche, deren geschichtliche Entwicklung, die jetzige Verteilung in Estland auf die verschiedenen Glaubensrichtungen und die unterschiedlichen Ausprägungen religiösen Lebens in den drei baltischen Ländern.

Er schilderte, dass in der Sowjetzeit diese Kirche als Sporthalle genutzt wurde und ab den 90er Jahren liebevoll wieder neu eingerichtet wurde:

Im Hintergrund ist das Königstor zu sehen, das Betreten dieses Bereiches ist den Geistlichen vorbehalten und auf dem prachtvoll geschnitzten Stuhl im rechten Hintergrund sitzt der Bischof zu besonderen Anlässen.

Es ging dann zu Fuß weiter bis ca. 15 Uhr. Wir besuchten auf dem Domberg die (Dom)-Kirche sowie die Alexander-Newski-Kathedrale, einen supermodernen Stadtteil, das Rotermannviertel (auf dem Gelände einer ehemaligen Großbäckerei).

Prächtige Epitaphe

Tagesausklang direkt an der Oatsee mit phantastischem Blick auf Tallin.

Übrigens, wir erfuhren auch, dass im 14. Jahrhundert die Dänen die Küstenbereiche der baltischen Länder beherrschten. Sie bewohnten auch den Berg, heute Domberg genannt. Unsere Stadtbilderklärerin sagte und, dass der Ortsname TALLIN sich aus zwei Inhalten ergibt: Tal ist die Kurzbezeichnung für Dänen und Inn heißt auf estnisch Besiedlung, also zusammengesetzt kann der Namen der estnischen Hauptstadt gedeutet werden ‚dort wo die Dänen leben‘ .

22. Tag 21.06. Pärnu Vorbereitung des Fischgrillens bei Hannu

Joachim wollte früh gleich, dass ich mit ihm die Besorgungen für unser Fischgrillen bestreite. Spontan schlossen sich unsere ehemalige Klassenkameradin Heide mit ihrem Gatten an. Es ging zunächst zur Markthalle mit den zahlreichen -ständen. Gemüse- und kräuterauswahl waren schnell vorgenommen.

Wir können doch zufrieden sein!

Anschliesend ging es in die Fischhalle. Erst sollte es Fischfilet sein, ich pladierte für einen ganzen Fisch. Hannu half uns hierbei mit seinen Ortskenntnisse. Es wurden zwei Lachse und ein paar Dorschfilets gekauft. Joachim holte mich um 16 Uhr vom Hotel ab, damit die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden konnten. Ich überredete Hartmut und seine Gattin Doris uns dabei zu helfen. Und das war gut so. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was alles so für ne Party mit 14 Personen vorzubereiten ist…

Die Arbeit war schnell getan, so konnte Gabriela, die Tochter unseres Gastpaares professionell betreut werden und der Tisch sah auch nach was aus.

Da ich ja nun mal fürs Grillen vorgesehen war mußte ich auch die Lachse entschuppen, immerhin das erste Mal im Leben, und das bezog nicht auf Lachs sondern auf Fisch allgemein.

Doris testete, ob der Fisch durch sei und das war der Fall. Allen hatte es gut geschmeckt. Für mich war es leider der Abschiedsabend. Die anderen freuten sich auf eine Moorwanderung und auf das Mittsommerfest, welches sie in einem Dorf gefeiert haben.

23. Tag 22.06. 2022 Abschied vom Klassentreffen, Busfahrt von Pärnu nach Kudelga

Der Bus der Marke LUX Express fuhr kurz nach 8.20 Uhr vom Busbahnhof los.

Mich fuhr der gleiche freundliche Busfahrer wie auf der Hinfahrt.

Die Fahrt verlief ähnlich komfortabel wie die Hinfahrt. Erst kurz vor der Ankunft gegen Mittag habe ich meinen Sitznachbarn angesprochen. Ein Peruaner, der in L. A. lebt war auf einer dreiwöchigen Europarundfart. Von Berlin war er sehr begeistert, und er hatte bereits Kroatien, Helsinki und Tallin gesehen.

Ich hatte mich vorher noch nicht über die Möglichkeit der Weiterfahrt erkundigt, da ich hoffte, ebenso bei der Hinfahrt auf einem der 15 Bahnsteige die erforderlichen Informationen zu erhalten. Auf keinem der Schilder stand allerdings Kuldiga. In dem großen Kassesaal wurde ich nicht fündig und bat eine Dame um Hilfe. Es war eine Lettin, die seit 20 Jahren im Schwarzwald lebt und ihre Mutter besuchen wollte. Sie klärte auf, dass ich leider erst 4 später weiterfahren könne. Riga kurz mitBike und Gepäck zu besuchen, war für mich keine Option also im Kassen- bzw. Warteraum Platz nehmen und warten…

Nach etwa 2 Stunden hatte ich mit den direkt nebenan Sitzenden Kontakt aufgenommen. Ich bat sie auf meine Sachen aufzupassen, wenn ich kurze Zeit weggehen wollte. Mir war bewußt, dass dies nicht ohne Risiko sein würde, was ist aber ohne…? Ich habe bereits erwähnt, dass der zentrale Busbahnhof nur durch einen Kanal vom Bezirk der Markthallen liegt und dem Anschein nach, könnte die Gegend nicht ohne Risiko hinsichtlich Diebstählen u.ä. sein könne.

Ich traute mich, in Richtung des Marktbereiches zu gehen und bemerkte, dass das in der Stalinzeit errichtete Kulturhaus gleich um die Ecke ist. Ich ging den knappen Kilometer und war überrascht, dass für die Öffentlichkeit in der 17. eine Aussichtsplattform eingerichtet wurde.

So hatte ich einen kurzen Überblick zu Riga erhalten. Am Warteplatz angemommen, stellte ich zu meiner großen Freude fest, dass nichts weggekommen war. Ich bedankte mich bei einer etwas älteren Dame. Sie erzählte mir, dass sie Liepaaja wohne, 1939 geboren war und bei der Eisenbahn im Bereich Finanzbuchhaltung beschäftigt war. Sie lud mich zu einem besuch ein. Nach 16 Uhr ging’s dann los, die Fahrradmitnahme war erneut kein Problem.

Schlüsselübernahme klappte ebenfalls, hatte ich doch von Liba Apartments das gleiche Zimmer zugewiesen bekommen. Im bus hatte ich mich über das Festprogramm informiert, es hatte mir in der vergangenen Wohe eine Mitarbeiterin der touristinfo zugesandt. Für heute war ab 18 Uhr ein Konzert in Padure Musique angekündigt worde. Obwohl der Bus einige minuten verspätung hatte, fuht Bei einem kleinen Stadtrundgang traf ich in einem Cafė oberhalb des Ventaflusses auf den Restaurator und Architekten sowie auf seinen Freund, der als Automechaniker arbeitete.

Es war ein sehr bewegtes Gespräch, der Mechaniker muste sich immer wieder mit …*ein niegalnagelneues Automobil …“ ins Gespräch bringen. Die Rotweinpartie ging danach auf der Terasse seines Hauses weiter. Wir verblieben so, dass ich mich am nächsten Tag, dem LIGOR-Feiertag bei Interesse bei ihnen mmelden könne.

24. Tag 23.06.

Auf meimem städtischen Morgenspaziergang stellte ich eine gewisse Nerosität bzw. Unruhe fest. Fast alle trugen bereits sommerliche Festkleidung an. Im Garten des Apartementhaus wurden erste Vorbereitungen getroffen, E-Kabel gelegt und Wiedergabeanlage installiert. In unserem Haus fertigten die Frauen ebenfalls prächtigeSträuße.

Bis 11 Uhr räumte ich mein Zimmer, es war nur für eine Nacht frei. Den Schuppen, den ich bereits beim vorhergehenden Besuch fürs Radbstellen nutzte.

Beim Architekten angelangt, hörte ich völlig überrascht, dass Martin heute Geburtstag hat.Nachbarn und Freunde schauten kurz rein und gratulierten.

Martins in seinem Arbeitszimmer. Als Restaurator hat er natürlich die ursptüngliche Wandfarbe wieder restauriert und Karl hat auch seinen Platz.

Wir beschliessen einen, an einem kristallklaren See wohnenden und über 85-jährigen Freund zu besuchen. Ich müsse ihn unbedingt besuchen. Zunächst unterhielten wir uns sehr nett. Martins Gattin, Eilina, hatte einen sehr schmackhaften Lunch vorbereitet.

Vom Schwimmen brachte Martins seiner Gattin eine Seerose mit. Wunderschön anzusehen mit dem Garten wachsenden Jasmin. Übrigens, ich weiß jetzt auch woher der betörende süße Duft in meiner ersten Nacht in Kuldega stammte, es war Jasmin …

Bei den beiden im, wunderbar im Grünen liegenden, Haus angekommen, tauschten wir unsere Pläne aus. Eine wie bei uns übliche Geburtstagsparty würde es wohl nicht geben. Ich schaute bei unns ‚ zu Hause‘ nach wie es um die Vorbereitungen stand. Jeder Gast brachte etwas mit, so füllte sich der Gartentisch schnell. Zwei Töchter, ILinda und Dace , einer bei Edinburgh lebenden Familie, fertigten akribisch den LIGOr Kopfschmuck an. Es sei traditionell die Aufgabe der jüngsten Töchter.

Es galt noch mein kleines Zelt aufzustellen.. Ein Gast des Hauses, mit dem ich schon ab und zu plauderte, probierte auch mal aus, wie man si hinein kommen könne.

Der Gartentisch sah inzwischen auch prächtig aus. Die Party konnte beginnen, mit mir, ich hatte mich mit Getränken ‚eingekauuft‘.

Mit dem Restarator, seiner Gattin sowie weiteren Gästen ging es zur Tanzparty im Parkstadion und so bis nach 1 Uhr auf deren Grundstück weiter.

Auf dem Geländes des Apartementhauses stellte ich schnell fest, dass die Party voll im Gange war und enrwickelte sich auf dem Nachbargrundstück ein größeres Fest mit Jugendlichen. LIGOR ist nicht umsonst das beliebteste Fest in Kuldigo und in Lettland insgesamt.

Ich legt mich nach 4 Uhr hin. Die Doppelbeschallung hielt bis früh an. Kurz vor zehn stand ich auf, doch erholter als befürchtet.

25. Tag 24.06.

Ich wollte an diesem Morgen ursprünglich nach Liepaja (ehemals Leibach) fahren. Die kurze nacht sowie die beginnende Hitze verhinderten das. Also in Ruhe gemeinsam mit der schottisch-lettischen Familie in ‚unserem‘ Gartenpavillon Frühstück essen und KULDEGA genießen.

Auf einem kleinen Stadtspaziergang stellte ich fest, dass die Stadt länger schlief, kein Wunder bei der durchzechten Nacht. Das Bad in der Venta tat mir sehr gut.

An einer Litfaßsäule las ich, dass am 04.06. hier ein großes Fahrradevent stattfand.

Mir fiel auf, dass Gruppen von Radlern mit Rennrad sich in der Stadt bewegten. Nachmittags kam auf unser Grundstück eine junge Rennradllerin. Sie sagte, dass sie mit ihrem Bruder für drei Tage in Kuldega zu Radrennen weilen würde. Sie wohnen in Tallin und nehmen immer mal wieder an solchen Rennen teil. In diesem Ort seien sie allerdings noch nicht gewesen. Das nahm ich zum anlass, etwas von diesem besonderen Ort, dem bekannten Wasserfall und die brücke zu erzählen.

Sie nahm zum Abend meine Einladung zum Ventaschwimmen an. Sie wollte eh noch ein kleines Läufchen machen und so lief sie neben dem Rad her.

Sie bdankte sich bei mir für diesen Vorschlag und fand auch, dass die innenstadt ein besonderes Flair habe.

26. Tag 25.06.

Ich stand früh ziemlich zeitig auf, Zelt war zu verstauen, Gepäck auf dem rad zu verstauen und in Ruhe Frühstück zu essen. Gegen 07.45 Uhr kam das Talliner Geschwisterpaar auf den Innenhof und präparierten ihre Rennräder. Wir unterhielten uns etwas, hob sein Rad an und war sehr überrascht, gefühlte 3 kg Gewicht, dachte ich. Meine Überraschung wahrnehmend verriet er mir, dass er dafür knapp 7 TEUR bezahlt hat!

Beim Einkaufen mußte ich über den Marktplatz und sah, dass richtig Betrieb, war. Am Anmeldezelt bildete ich eine Schlange, Vertreter verschiedener Rennradhersteller sowie anderer zugehöriger Artikel, wie z. B. Gamina-Uhren bereiteten ihre Stände vor, teils in professionellen Truckanhängern.

Mein neuer Bekannter hatte inzwischen ihrer beder Anmeldung abgeschlossen. Auf der Fahrt aus der Stadt heraus, stellten einige Sperrgittere auf und ich erfuhr, dass es heute ein Stadtrennen und morgen ein Rennen RUND UM KULDIGA geben würde.

Martins und seine Gattin Eilina empfahlen mir, nicht direkt nach Liepäja zu fahren sondern noch vorher seaside den kleinen Ort Jurkalnes besuchen solle. Ich müßte dazzu an der bereits von uns auf dem Weg zum See befahrenen Kreisverkehr die zweite und nicht die dritte Ausfahrt nehmen. Auf dem Weg zu dem abendlichen Konzert in Padalne Musiźie war ich auf der A 11 schon einmal entlang gefahren.

Da ich ins Navi Liepaja eingegeben hatte und nicht Jukalne machte es mich nicht nervös, dass das Navi mit mir meckerte. Zumal er manchmal empfahl, nach links und manchmal nach rechts abbiegen zu müssen. Nach knapp 40 km sah ich rechts einen See, es war der Pinku Ezera (noch ein bißchen russisch im Lettischen enthalten). An einem Parplatz konnte man zu ihm hinabsteigen und ab in die Fluten.

Auf der weiteren Fahrt stellte ich fest, dass ich mich immer mehr Ventspils und damit zu nördlich abkommen würden. Die nach links abbiegenden Straßen/Wege waren aber alles Schotterpisten und die wollte ich nach den bisher gemachten Erfahrungen meiden. Etwa 20 km vor Ventspils sah ich einen Lebensmittelladen und füllte meinen Wasserhaushalt sofort auf.

Übrigens ich bin am letzten Tag meiner Baltiktour, am 30.06. dazu übergegangen, Korrekturen mit Lupe vorzunehmen, um die Anzahl der Tippfehler zu minimieren.

Als ich denLaden verließ kamen grade zwei Radfernreisende an, ein Ehepaar aus Deutschland an. Natürlich gab es schnell ein Gespräch und einen Erfahrungsaustausch.

Rainer war Berliner und lebt nun, wenn er mal nicht per Rad mit seiner Gattin unterwegs ist in Düsseldorf. Er verriet, dass sie beide nachnder Tour für ein paar Wochen bei der Tochter in Berlin einhüten müßten. Danach ginge es aber in Richtung Skandinavien Stockholm und noch höher.

Es gab noch ne kleine Ladenparty und er verriet mir seine homepage unter der er Fotos und ähnliches zu den Tourerlebnissen veröffentlicht: Rainerontour.wordpress.com .

Draußen bemerkte ich auf einer Karte meinen Fehler. ich werde nach Jukalnes statt 43 so 87 km gefahren sein, wie ich später bemerkte. Und das bei mehr als 30 °C.

Nach weiteren gut 30 km brauchten Batterie und ich eine Aufladung.Ich hielt an einem einzelnen Haus an und ich erhielt Strom un konnte n mich für zwei Stunden erholen, kleines Mittagsschläfchen im Schatten eines Obstbaumes…

Ich fuhr an der lettischen Ostseeküste entlang ohne sie zu sehen. Stattdessen auf einer auch am Feiertag stark befahrenen Straße fast ohne Schatten. Ich träumte von einem separaten Radweg inmitten der zahlreichen Kiefernwälder…

Naxh 87 Kilometern war Jülkanes erreicht. Es wichen aber nur Pistenweg von der Fernverkehrsstraße nach rechts zur Ostsee ab. Nach zwei Fehlversuchen hatte ich die richtige Abfahrt zum Campingplatz „Zaki“ erreicht. Der zunächst noch halbwegs gut zu befahrende Weg bestand bald nur noch aus feinen tiefen Sand: Als schieben !

Bald sah ich Campingwagen, Bungalows, Zelte und ganz viele emsig hantierende, spielende oder sich austuhende Menschen. In den letzten sechs Stunden (!) hatte ich maximal 4 Personen gleichzeitig gesehen … Da muß sich schon mal wieder umstellen. Das sehr freundlche Betreiberehepaar Svilpen begrüßte mich, gab mir ganz frisches Wasser aus einem 80 m tiefen Brunnen.

Von der Steilküste bot sich ein wunderschöner Ausblick auf die Ostsee.

Eiline und Martins aus Kuldega überlegten zum Ligorfest am 23.06. zu diesem Steilküstenabschnitt zu fahren, weil hier zum Johannisfest eine ganz besondere Tradition gepflegt wird: Eingebettet in verschiedene Rituale wird ein mit Stroh umschmäcktes Rad angezündet und den Hang entlang in den Ostseestrand gerollt.

Ich war mir gewiß, dass Familie Svilpen mit Campinggästen daran teilnehmen würden. Die große Tochter, Luitze, ist am Kunstgymnasium in Liepala mit Spezialrichtung FOTO. Sie haatte mir ihre wunderschönen, stimmungsvollen Aufnahmen vom 21. 06. gezeigt und mir auch gestattet, sie für meine Reiseschilderungen verwenden zu dürfen. Aus Zeitgrünnden kann das leider erst später geschehen. Vielen Dank jetzt schon an Luitze und an die ganze Famililie.

Ich erhiel von ihnen den Tipp auf dem Weg nach Liepala nach ca. 13 km das Fischrestaurant „Rivas Krogs“ zu besuchen.

Diese Restaurant war wirklich schön an einer Fischtreppe gelegen. Auf diesem Gelände war die Ruine eines größeren Gebäudekomplexes zu sehen.

Es waren leider alle Plätze reserviert. So machte ich draußen einen Spaziergang. Inese, Rudolfs und Keita sprachen mich an und erkundigten sich sehr interresiert über mich und mein Vorhabeen. Sie fahren auch des öfteren rad aber in Liepaja sei das nicht so einfach. Aus meinen späteren Beobachtungen heraus kann ich das nur bestätigen.

Ich kam gegen 23 Uhr erst in Liepaja an. Entsprechend der Wegbeschreibungen Einheimischer landete ich zunächst in der Hauptwache des ehemaligen russischen Militärgefängnisses. Der letzte lettische Inhaftierte verlies das Gefängnis 1997. Ein wirklich gräßliger Ort.

Das war aber nicht richtig und so suchte ich in dem bereits im 19. Jahrhundert für die zaristische Marine errichteten Stadtteil nach meinem Bunker-Bett. Nach 0 Uhr war ich endlich da. Zu meiner Erleichterung wurde mein Klingeln gehört, Zimmer bezogen und nach mehr als 160 Hitzekilometern glücklich geschlafen; denkste …

Zum Sonnenaufgang war ixh wieder wach, wohl etwas aufgekratzt …?

Heute sollte es mit STENA Line über Travemünde nach Hause gehen. Um 11 Uhr war Abfahrt geplant. Ich hatte online vorgebucht, die Online-Karten-Zahllung scheiterte, möglicherweise wegen der immer neuen Identifikationen.

So gegen10.20 Uhr war ich am Check-In -Schalter. und der einzige Kunde Es sprach keiner der drei Serviceangestelltinnen deutsch. Stellte mein Anliegen vor, zeigte die Reservierung und sie telefonierte, ich vermutete mit dem Schiff Stopp Passagier. Ich fuhr an verdutzten Zöllnern vorbei und die Laderampe für die Tracker hoch und sicherte das Rad, ging hoch zur Rezeption. Ich zeigte meine Reaervierung check-in fehlte; ich erklärte. Sie erhielt einen Anruf vom check-in Schalter, sie seien nicht damit einverstanden, dass ich an Bord sei. Es war inzwischen ca. 10.50 Uhr. Ich solle mit dem Bezahlen noch warten.

Dss Schiff legte pünktlich ab. Plötzlich 11.15 Uhr kam die Anweisung Fahrgast verläßt mit Rad das Schiff, Schiff wieder anlegen. Vielleicht liegt es auch daran, daß fahrräder auf L)KW-Decks nichts zu suchen hatten. Meine Reservierung könne auch von Stena Lines gecancelt worden sein, mutmaßte eine Bordmitarbeiterin….

Das Bild des wieder abfahrenden Schiffes kennt ihr schon. Was tun. Am nächsten Hafen mein Glück versuchen. Also auf nach Klaipeda (ehemals Memel). Vor Frust habe ich in einem schicken Designhlotel direkt am Fluß Venta, nicht mit dem durch Kudilga fließenden und in Ventspils in die Ostsee mündenden Flusses verwechseln, eine leckeren Dorsch.gegessen.

Nach etwa 20 km erreichte ich kurz vor der litauischen Grenze den Ort Nica. Ein Restaurant war wunderschön in einem von der Straße einzusehendem Park gelegen. Im Schatten der Bäume war es sehr angenehm. Ich aß einen sehr leckeren Fischeintopf oder Gratin. In einer Schale waren geräucherte,vermutlich Dorsch-,Stücke mit saurer Sahne, vielen Kräutern und Salzkartoffeln angerichtet.

An der Grenze konnte ich das seit langem mal wieder erkennen. Nun ist Litauen .erreicht. Schnell merkte ich auch andere Unterschiede: Der Straßenrand wurde wieder breiter, und was vor allem Campingfreunde interessiert, Campingplatz reihte sich an Campingplatz. Und sehr gut pepflegt. Litauen hat nur ca. 80 km Ostseeküste und einen hohen Bedarf bei den Bewohnern. Die Letten verfügen demgegenüber über geschätzt 600 km an der Ostsee und an der Rigaer Bucht. Desweiteren beginnt ,wie ich später in der Baltik Bike Travel Agentur erfuhrer,beginnt in Grenznähe der erste durchgehende (außer in Klaipeda) Fernradweg bis Tilsit an der Memel.